Reisebericht von Bern zum Nordkap 2015

Camperreise zum Nordkap vom 04. Juni bis 09. Juli 2015.

Unser fahrendes Hotel für 5 Wochen

Prolog

Es ist schon lange mein Wunsch, von unserem Wohnsitz in Wohlen bei Bern, mit einem Camper ans Nordkap zu reisen. Der Einwand meiner lieben Frau war immer der Gleiche, dort ist es kalt und es regnet meistens. Letztes Jahr haben wir Botswana und Südafrika inklusive der Halbwüste Central Kalahari bereist. Die Details dazu könnt ihr dem Reisebericht an gleicher Stelle entnehmen. Es war zum Teil unangenehm heiss und trocken. Diverse Erlebnisse anlässlich dieser Reise haben Elisabeth dazu bewogen den Vorschlag zu machen, im 2015 reisen wir ans Nordkap. Ich war natürlich sofort einverstanden. Reiseführer gekauft und studiert. Reiseberichte gelesen, Karten studiert und ein geeignetes Womo ausgesucht ist in der Planung enthalten. Skandinavien ist für uns Neuland. Umso mehr Spass machen die Vorbereitungen. Und los geht es.

03.06.15

Dank dem Entgegenkommen von Bantam Camping, können wir den Camper schon heute um 15:00 Uhr übernehmen. Kostenlos! Wir haben also alle Zeit unsere, in den letzten 3 Wochen zusammen getragenen, Sachen im Fahrzeug zu verstauen. Trotz anfänglichen Bedenken hat alles Platz. Es hat sogar noch freie Ecken. Der Corado T 334 erweist sich als wahres Raumwunder. Zum letzten Mal schlafen wir in unseren gewohnten Betten.

04.06.15

Wir starten morgens um 05:00 Uhr Richtung Norden. Die Autobahn hat uns fest im Griff. Die Fahrt verläuft problemlos und ohne Stau. Nach 719 Km und neun Stunden Reisezeit erreichen wir unseren Campground Seecamp Derneberg im Ort gleichen Namens. Wir wollen nach dieser langen Fahrt nicht mehr selber kochen und besuchen das campeigene Restaurant. Ein Reinfall!! Das Schnitzel nach Wiener Art wird so lange gekocht, dass man es problemlos als Pellets in einer entsprechenden Heizung verwenden kann. Der Leberkäs ist so einigermassen. Die Bedienung kommt wahrscheinlich von weit her. Sie kann keine der uns geläufigen Sprachen. Was solls, wir sind ja nicht in Afrika.

Genug Platz, kein Gedränge
Hübsche Umgebung, Seecamp Derneberg

05.06.2015

Es geht früh um 07:00 Uhr weiter. Wieder Autobahn. Keine Staus bis Hamburg. Dann gefühlte 50 Baustellen bis Flensburg. Effektiv etwa 10. Dort kaufen wir noch gehörig ein. Es ist ja alles so viel günstiger als bei uns in der Schweiz. Weiter geht die Fahrt. Der Zollübergang nach Dänemark geht problemlos ohne Grenzposten. Eine Tafel am Rande der Autobahn verkündet: Willkommen in Dänemark. Ach hätten wir doch noch mehr eingekauft. Nach 502 Km und 8 Stunden Reisezeit erreichen wir Sjohund und den Campingplatz Gronninghoved Strand Camping.

06.06.2015

Heute kommt unsere Tochter mit Mann und knapp 3 jährigem Wildfang in Hejns an. Sie haben dort für 3 Wochen ein Haus gemietet. Wir stellen unseren Camper beim Ferienhaus ab. Bleiben bis Montag 08.06.2015 und verbringen eine schöne Zeit mit der jungen Familie.

Ferienhaus der jungen Familie

8.06.2015

Wir starten um 07:00 Uhr mit den erwarteten Tränen unseres kleinen Lieblings. Abschied von Grosi und Daddy ist nicht so sein Ding. Wir fahren via Nyborg über die Storebaelts Brücke nach Kopenhagen und weiter über die Öresund Brücke nach Malmö. Die beiden Brücken kosten insgesamt EUR 170.00. Der Grenzübertritt nach Schweden geht auch problemlos. Obschon es hier einen Grenzposten gibt. Wir werden freundlich durchgewunken. Die Schweden wissen, wie man Touristen empfängt. Die beiden Brücken werden gebührend fotografiert. Unterwegs kaufen wir in einem Eurospot nochmals gehörig ein. Nach 492 Km und 10 Stunden Reisezeit treffen wir in Olofsbo, auf dem gleichnamigen Campingplatz in der Nähe von Falkenberg ein.

Über Brücken musst du fahren
Über Brücken musst du fahren.
Über Brücken musst du fahren.

09.06.2015

Heute geht es erst gegen 9:00 Uhr los. Nachdem die Reception gestern um 17:00 Uhr schon geschlossen war, müssen wir die Übernachtung noch bezahlen. Die dazugehörige Dame, eine recht hübsche Schwedin, kommt erst gegen Neun Uhr. Wir machen das Gefährt noch sauber, dann geht es los. Wir fahren zum ersten Mal nicht nur Autobahn. Macht Spass. Unterwegs kaufen wir in Varberg noch ein paar Scrimps und 2 Lachsfilet. Es gibt Heute zum ersten Mal frischen Fisch auf dem Grill. Weiter geht die Reise bis kurz nach Gränna am Vätternsee. Der zweitgrösste See in Schweden mit einer Fläche von 1‘886 Km2, einer Länge von 135 Km und einer Breite von 31 Km. Linkerhand entdecken wir einen kleinen Campground. Fast keine Camper stehen hier. Wir fahren in an. Nach läuten und warten, kommt der Chef. Wir können uns den Platz aussuchen. Wir wählen einen, der direkt am See liegt, ein wenig im Schatten. Wir sind noch geprägt von Afrika. Dafür frieren wir ab 16:00 Uhr, weil die Sonne durch die Uferbüsche verdeckt wird. Wir werden das in Zukunft ändern. Der Lachs schmeckt wunderbar.

Campingplatz am Vätternsee

10.06.2015

Wir fahren um 07:00 los, wie gehabt, Richtung Norden. Die Fahrt verläuft ereignislos. Wenig Verkehr, keine Staus. Nach 406 Km und 7,5 Std Fahrzeit erreichen wir den Campground Siljansbadets in Rättwicks. Wie wählen uns einen schönen Platz direkt am Sijliansee aus. Das Wetter ist nicht so schlecht, aber sehr windig. Dadurch zu kalt zum draussen sitzen. Es gibt Spaghetti mit Sauce von Zuhause.

11.06.2015

Heute machen wir einen Ausflug zum Bärenpark in Orsa. Das ist ca. 50 Km vor Rättwiks enfernt. Wir sehen Schwarzbären, Braunbären und Eisbären. Alle hinter Gittern eingesperrt. Die Anlage ist grosszügig angelegt. Trotzdem ist es nicht das Gleiche wie einen Bären in Canada oder die Tiere Afrikas in freier Wildbahn zu erleben. In Orsa finden wir noch einen Cach der grösste den wir je gefnden haben. Zurück auf dem Camping, machen wir uns einen gemütlichen Nachmittag. Elisabeth hat Waschtag und ich schaue sonst zum Rechten. Den Camping Soljansbadet würden wir jederzeit wieder belegen. Extrem schön gelegen, preiswert mit freundlichem Service. Das Restaurant haben wir nicht getestet. Es gibt frische Rösti mit Bratwürsten aus Dänemark, die wohl eher zum Sieden geeignet sind.

Im Bärenpark
Unser grösster Cach
Camping Soljansbadet

12.06.2015

10 Stunden unterwegs und 640 Km zurückgelegt. Ein harter Tag. Entschädigt werden wir durch eine herrliche Landschaft und schönem Wetter. Eine abwechslungsreiche Fahrt liegt hinter uns. Wir sind auf dem Camping Lufta in Anäset angekommen. Salat und ein feines Entrecote haben den Tag vollkommen gemacht. Ein kleiner Zwischenfall beim Duschen, die Türe ging nicht auf beim Herauskommen, hat für die nötige Aufregung gesorgt. Trotz dieser Wiedrigkeiten sitzen wir jetzt zusammen und trinken Kaffee.

Unterwegs

13.06.2015

Letzte Nacht hat es geregnet. Irgendwie gemütlich, wenn der Regen aufs Womo Dach trommelt. Morgens um 05:45 ist Tagwach. Da nimmt die Gemütlichkeit des Regens rapide ab. Richtige Camper lassen sich dadurch nicht erschüttern. Wir machen unsere Arbeiten, Essen Frühstück. Um 06:40 geht es los. Die Gegend wird immer schöner. Die Siedlungen immer weniger, der Verkehr (Autos) auch. Wir halten unterwegs ein paar Mal an, suchen und finden Caches. Der Grenzübertritt nach Finnland geht ohne Probleme. Sprich, es gibt eigentlich keine Grenze. Ein Band über der Strasse weist darauf hin, dass wir jetzt in Finnland sind. Nach 450 Km treffen wir in Rovaniemi ein. Unser Womo steht auf dem Ounaskoski Camping am Fluss Kemijoki. Diesmal nicht zuvorderst am Fluss, sondern in der zweiten Reihe. Der Wind ist hier nicht so stark. Ein Wort noch zu den Radarkontrollen. In Schweden weisst jeweils eine entsprechende Tafel unterhalb der Geschwindigkeitsbegrenzung darauf hin, dass in ein paar Metern eine Messstation kommt. In Finnland gibt es etwa gleich viele Messungen, jedoch ohne Vorwarnung. Mein Trick, wie man Bussen für zu schnelles Fahren vermeiden kann, wirkt in beiden Ländern. Dazu später mehr.

 
Ounaskoski Camping am Fluss Kemijoki.

14.06.2016

Heute gibt es frische Brötchen zum Frühstück, dazu Rühreier. Das Wetter zeigt sich von der strahlenden Seite. Es ist wolkenlos! Wir leeren und füllen unser Womo. Dann geht es los zum Weihnachtsmann. Um 09:00 Uhr öffnet der seine Tore. Wir sind wie immer ein wenig zu früh. Macht aber nichts, dafür hat es noch fast keine Leute. Wir können in Ruhe einen Cache suchen, den wir leider nicht finden. Das Ganze ist sehr kommerziell. Wenn wir vergleichen mit dem Weihnachtsmarkt in Fairbanks (Alaska), ist er nur halb so originell. Elisabeth kauft einen Weihnachtsschmuck. Ich erstehe mir ein Messer von Marttiini. Nach einer guten Stunde sind wir auf dem Weg nach Norwegen. Die Strecke ist abwechslungsreich, es gibt aber auch sehr eintönige Kilometer. Verkehr hat es praktisch keinen. Der Grenzübertritt nach Norwegen passiert einfach. Wir wollen unseren Wein und die Zigis eigentlich verzollen. Es ist Sonntag und die Grenze ist nicht besetzt. Wir ziehen den Hut, sagen Danke und setzen unsere Reise, um ein paar Franken reicher, fort. Gem Reiseführer gibt es unterwegs einen schönen Parkplatz an einem See, der sich für eine Übernachtung eignet. Wir steuern den Platz an. Parkieren das Womo, steigen aus und erkunden die Umgebung. Der Platz liegt wie beschrieben an einem See. Es hat Tische und genügend Platz. Wir sind die einzigen „Gäste“. Die Umgebung ist aber dermassen verschmutz um nicht zu sagen versch....... dass wir uns entschliessen weiter zu fahren. Nach 22 km steuern wir den Camping Skoganvarre Villmark an. Der passt und liegt im Ort Porsanger. Hier bleiben wir. Ich grilliere Pouletschenkel, dazu gibt es Salat und Chips. Heute sind wir 500 Km gefahren. Morgen geht es endlich los, ans Nordkap.

Beim Weihnachtsmann

15.06.15

Nach einem Kaffe und Joghurt nehmen wir die letzte Etappe zum Nordkap unter die Räder. Das Wetter ist nicht schlecht. Das gibt uns Hoffnung, das Kap ohne Nebel zu erleben. Die Fahrt verläuft ruhig. Unterwegs, an einem schönen Rastplatz, frühstücken wir. Weiter geht es, bis zum ersten Tunnel. Aus dem Reisführer wissen wir, dass er sehr schmal ist und man mit dem Womo auf die seitliche Höhe achten muss. Es soll auch vorkommen, dass man mit vor und rückwärts manöverieren, entgegenkommenden Bussen oder Lastwagen ausweichen muss. Wir sind kurz vor dem Tunnel, hinter mir ein Touribus. Ich denke mir, den kann ich doch jetzt gut gebrauchen um problemlos durch den Tunnel zu fahren. Aber nicht hinter mir sondern vor mir. Kurz angehalten, den Bus vorbei gelassen und mich hinten angehängt, verwirklicht diese Idee. Schön immer hinter dem Bus durchfahren wir den Tunnel wirklich ohne Probleme. Fazit, für ein normales Womo ist die Höhe kein Problem, die Breite schon eher. Am Nordkap angekommen, (11:30 Uhr) erwartet uns sonniges Wetter (nach dem Motto: jeder hat das Wetter das er verdient) und eine steife Brise. Es ist 10 Grad warm. (Elisabeth sagt 10 Grad kalt). Sofort marschieren wir zum Kapsignal. Es kann ja innert Minuten Nebel aufkommen. Wir sind praktisch alleine, keine anderen Touris stören uns beim schauen, staunen, fotografieren und filmen. Der Blick in die sonnengeflutete Weite entschädigt die manchmal ein wenig mühsamen übér 4'000 Km. Es ist einfach nur gigantisch. Wir stellen uns noch in den Bereich der Webcam und informieren unserer Freunde in welcher Viertelstunde sie uns sehen können. Nach dem zweiten Versuch klappt auch das. Wir schauen uns das Kapcenter an, kaufen uns je eine Jacke als Andenken an den Tripp. Der Enkel kriegt natürlich auch eine. Es gibt Kaffee und Kuchen. Zurück im Womo schreiben wir die obligaten Ansichtskarten. Langsam aber sicher kommt der Nebel. Zuerst in kleinen Schwaden. Dann, innerhalb einer Viertelstunde, ist alles zu. Der Nebel kommt bis ans Fenster. Gegen Abend gehen wir zurück ins Infocenter und schauen uns noch den Film übers Nordkap an. Sehr gut gemacht, interessant und eindrücklich. Wir sind zurück im Womo, es ist geheizt, wir haben es gemütlich. Es klopft an der Türe, ich gehe öffnen. Ich sehe eine Filmkamera und ein paar Leute. Ein Östereicher stellt sich vor. Irgendein Kulturverein. Ich glaube es nicht, es ist das Schweizer Fernsehen. Die drehen eine Sendung die heisst: Ein Östereicher lernt Jassen. (Klappt sowieso nie.) Die Frage an uns: Habt ihr Jasskarten dabei. Ich antworte, nein Jassen zu zweit ist langweilig. Dann die Feststellung des Östereichers: Ein anständiger Schweizer hat Jasskarten dabei. Meine Antwort: Dann bin ich eben ein unanständiger Schweizer, damit kann ich leben. Dann noch ein wenig Geplänkel. Abschiedsworte, ich schliesse die Türe. Kurz darauf klopft es wieder. Die Mitarbeiterin von SRF erklärt uns den Besuch, entschuldigt sich für die Störung und erwähnt, dass die Sendung am Donnerstag 23.07.2015 nach dem Donschtigjass ausgestrahlt wird. Na mal schauen.  Das eigentliche Highlight ist aber unser Käse Fondue. Wir haben es aus der Schweiz mitgebracht. Leider ist der Brenner vom Rechoud leer. Der hat wohl ein Leck, gefüllt habe ich ihn jedenfalls. Da eine Nachfüllflasche fehlt, essen wir das Fondue stehend am Herd. Trotzdem Ein Genuss. Wer kann schon sagen, er habe am Nordkapp ein Fondue gegessen, dazu einen feinen Fendant getrunken und zum verdauen einen Kirsch hinter die Binde gegossen. Der dichte Nebel verhindert das Spektakel der Mitternachtssonne. Schade!

16.06.2015

In der Nacht hat es geschüttet. Wie gehabt, im Womo sehr gemütlich. Wir fahren um 07:00 Uhr los. Der Nebel immer noch eine dicke Suppe. Wir tasten uns langsam bis zur Strasse vor. Die Orientierung ist schwierig. Jeder der schon mal im Nebel Ski gefahren ist weiss was ich meine. Etwa 3 Km unterhalb vom Kap ist der Nebel weg. Den ganzen Tag über ist es bewölkt. Zwischendurch regnet es. Wir fahren über Alta, wo wir noch einkaufen, in Richtung Tromsö. So ab Mittag suchen wir uns einen Campingplatz. Leider ohne Erfolg. Irgendwie sehen die im Regen alle ein bisschen versifft aus. Die Rezeption ist auch niegends besetzt. Also landen wir im Hafen von Oderdalen. Da passiert mir ein Fehler. Ich interpretiere die Karte falsch, wir fahren noch 20 Km weiter. Vergebens, unsere Fähre, die wir morgen benutzen wollen, legt in Oderdalen ab. Der Kommentar vom Beifahrersitz ist nicht aufbauend, trotzdem erreichen wir den Hafen. Wir finden, neben ca 30 anderen Womos, noch einen Platz. Ein guter Teil dieser Camper gehört zu einer Gruppe Franzosen, die zusammen unterwegs sind. Nach gefahrenen 503 Km gibt es jetzt sofort Apero. Nachtessen: Geschnetzeltes Schweinefilet mit Teigwaren und Salat. Eigentlich sollte das Filet auf dem Grill landen. Es regnet aber ununterbrochen, deshalb wird es zerkleinert und in der Küche gekocht. Den Abend verbringen wir zu Hause.

Blick vom Hafen in Oderdalen

17.06.2015

Die Fähre von Olderdalen nach Lyngseidet legt pünktlichen, mit uns an Bord, um 06:30 Uhr ab. Dauer der Überfahrt: 45 Minuten. Nach 20 Km Fahrt kommen wir zur zweiten Fähre. Sie legt gleichzeitig an und wir können direkt an Bord fahren. Dieses Schiff bringt uns in 20 Minuten von Swensby nach Breivikeldet. Nach weiteren 70 Km Fahrt sind wir in Tromsö. Der Stadtcampingplatz wir neu planiert, deshalb stehen nur wenige Plätze zur Verfügung. Diese sind alle besetzt. Weitere Gründe dafür sind, es findet der Mittsommernachts Marathon statt. Zudem gibt es eine Hundeaustellung. Irrsinn für was diese armen Viecher alles herhalten müssen. Wir fahren 30 Km weiter nördlich zum Campground Skittenelev. Ein schöner Platz direkt am Meer. Wir stellen uns in die zweite Reihe. Die erste Reihe ist uneben, schräg und matschig. Wir putzen den Camper. Dann putzen wir uns und zuletzt waschen wir noch Wäsche. Wir sind noch nicht ganz fertig, kommt ein deutscher Womo Fahrer mit einem über 7 Meter langen Gefährt angebraust. Er schaut sich den Platz vor uns, in der ersten Reihe, genauer an. Die Einfahrt ab dem Weg wird an dieser Stelle durch einen Graben zusätzlich erschwert. Wir diskutieren noch, ob der sich jetzt wirklich vor unsere Nase stellt. Tatsächlich, er wendet sein Gefährt und fährt vorwärts in den Graben hinein. Weiter bis die Hinterräder den Graben erreichen und setzt prompt das Hinterteil des Womos auf den Boden. Es knirscht, er steckt fest. Ein wenig (viel) Schadenfreude kann ich mir nicht verkneifen. Seine sicher geliebte Frau gerät ausser sich, macht ihm mit lautem Geschrei die wohl nötigen Vorwürfe. Dann beginnen die Rettungsversuche. Vorwärts, rückwärts, die vorderen Räder drehen durch. Bei den Hinterrädern werden Keile unterlegt. Wieder ein Versuch Rückwärts rauszufahren. Das kann so nicht gehen, weil die Vorderräder im Matsch nicht greifen. Nach etwa 10 Minuten amüsiertem Zusehen, (ich bin halt so), entschliesse ich mich zu helfen. Es gibt nur die Möglichkeit vorwärts raus zu kommen. Die Matten die der Bruchpilot unter die Vorderräder gelegt hat, werden nach hinten weggewischt. Das Fahrzeug rührt sich keinen Centimeter. Ich nehme die beiden Keile die bei den Hinterrädern sind und schiebe sie seitlich vor die Vorderräder. Inzwischen sind noch 2 weitere Helfer zur Stelle. Durch die Keile greifen die Vorderräder, unterstützt durch schieben von hinten. So weit vorwärts fahren wie möglich, dann abdrehen, ein Stück zurück, den Graben umfahren und das Womo steht wieder auf der Strasse. Jetzt gilt es nur noch Mutti zu beruhigen und alles ist wieder im Lot. Wir machen mit unseren Arbeiten weiter. Später am Nachmittag beginnt ein Schauspiel erster Güte. Die Franzosenfraktion von gestern trifft ein. Einer nach dem andern kommt an. Ein kleins zwirbliges, weisshaariges Männchen hüpft wie gestört herum und weisst jedem Ankömmling einen Platz zu. Das dauert. Im Laufe des Abends kommen die Nachzügler. Jedesmal wenn das kleine Männchen zu hüpfen anfängt, wissen wir, es kommt wieder einer.  Wir lachen uns halb kaputt.   Dann Bericht schreiben, Grill raus und Pizza gemacht. Auch dieser Tag geht langsam zu Ende. Ich bleibe wach und lese, das Wetter wird immer besser. Gegen 24:00 Uhr wecke ich, wie abgemacht sonst hätte ich mich das nie gewagt, Elisabeth. Die Mitternachtssonne scheint. Es ist ein richtiges Schauspiel.  Morgen geht es mit dem ÖV nach Tromsö.

Unterwegs
Mitternachtssonne

18.06.2015

Heute erwartet uns früh um sechs Uhr ein klarer Himmel, Sonnenschein und kein bisschen Wind. Es ist, im Vergleich zu den letzten Tagen, sogar richtig warm. Wir sitzen draussen und warten auf die Brötchen die es ab 08:30 Uhr im Shop  zu kaufen gibt. Die Auswahl ist mehr als bescheiden. Also erstehe ich drei bleiche, längliche Dinger. Sie sind noch warm vom aufbacken. Das Frühstück enthüllt, dass es sich vermutlich um Brot handelt. Jedenfalls werden alle drei genüsslich vertilgt. Plötzlich lautes lamentieren. Diese Stimme kennen wir doch. Es ist Mutti vom Vortag. Sie regt sich auf, weil die Franzosenfraktion die eine der zwei Ausfahrten blockiert. Männchen muss wenden. Das Erteilen der Manöverierbefehle gleicht einem Appell  in einem Kasernenhof. Wieder lachen wir uns krumm. Das Wendemanöver gelingt. Das deutsche Pärchen mit Starpotential ist weg. Wir fragen uns, wo er das nächste Mal von seiner Mutti angeschnauzt wird. Um 10:08. Uhr fährt unser Bus nach Tromsö. Mit nur 2 Minuten Verspätung können wir einsteigen. Die Fahrt ist abwechslungsreich und dauert rund ¾ Stunden. In der Stadt angelangt, entern wir das Tourist Office, schnappen uns einen Stadtplan und erkundigen uns wo das Touribähnchen abfährt. Dieser Dampfzug mit Pneuantrieb und 2 Wagen bringt uns in einer halben Stunde den Sehenswürdigkeiten der Stadt näher. Die Infos auf Deutsch sind gut gemeint. Es zieht uns in eine Gartenbeitz am Hafen. Dort geniessen wir ein Krappenbrötchen, ein Glas Weisswein respektive ein Mack. Der Preis hätte uns den Apetit genommen. Zum Glück haben wir schon gegessen. Es ist richtig heiss, wir sitzen mit kurzen Ärmeln da. Ein ganz neues Gefühl. Wir suchen noch ein paar Caches. Besuchen das Arctic Museum. Dort sehen wir uns den Film über das Wildlife der Arktik an. Das Museum ist eigentlich ein Zoo. Es gibt einige sehr schöne Aquarien mit uns unbekannten Fischen. In einem grossen Becken schwimmen  ein paar Robben. So wie die uns ansehen, wären sie wohl lieber nicht hier. Sei es wie es ist, die Anlage ist schön gemacht und wir unterhalten uns bestens. Das Wetter verschlechtert sich ein wenig. Es ist leicht bewölkt und windig. Es gibt Rindsfilet und Kadtoffelsalat. Der Platz ist sehr ungepflegt. Überall liegen Büchsen und sonstiger Abfall rum. Schade, denn die Lage ist sehr gut. Die Sanitären Anlagen sind neu, dürften aber besser gepflegt sein.

Tromsö
Leicht versch......

19.06.2015

Nach einem Kurzfrühstück und Saubermachen vom Womo starten wir um 07:30 Uhr. Die Fahrt geht vorerst zu einem schönen Rastplatz. Da gibt es das Langfrühstück mit Gipfeli  die wir zuvor im Eurospar in Tromsö eingekauft haben. Weiter geht es bis nach Gryllefiord. Dort geht unsere Fähre nach Andenes auf den Vesterålen. Wir haben 2 Stunden bis zum Auslaufen. Es gibt Sandwiches und Kaffe mit Gutzi. Die Fähre trifft pünktlich ein. Das Verladen klappt reibungslos. Pünktlich um 15:00 legen wir ab. Die See ist leicht unruhig. Weil der Kahn mit den Wellen schwimmt rollt er. Uns macht das nichts aus, haben schon unruhigere Überfahrten erlebt. Es liegen überall Kotztüten rum. Leere selbstverständlich. Nach 1,5 Stunden sind wir in Andenes. Für den Preis der Überfahrt kriegt man in der Schweiz einen Alpenrundflug. Egal wir haben Ferien. Nach 20 Km erreichen wir den Campingplatz Stave im gleichnamigen Ort. Gesamte Fahrstrecke Heute, 271 Km. Der Platz ist sehr schön gelegen. Direkt am Sandstrand. Das Ganze macht einen sehr gepflegten Eindruck. Nichts liegt herum, kein Abfall. Soweit alles Ok, bis auf die WC und Duschen. Die sind alt und verrostet. Es kommt wenig Wasser. Zum Teil sind die WC’s nicht in Betrieb. Schade, weil alles andere sehr gut in Schuss ist. Nach der Erfahrung mit den Toiletten / Duschen haben wir auf die Benutzung der 38 Grad warmen Hotpools verzichtet. Vielleicht ein Fehler. Die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel. Wir sitzen draussen bis um 21:00 Uhr. Es ist warm. Wir freuen uns auf die Mitternachtsonne. Zum futtern gibt es Chili.

Mitternachtssonne in Stave
Fähre von Gryllefiord nach
Andenes
Überfahrt auf die Vesterålen
Überfahrt auf die Vesterålen

20.06.2015

Die Mitternachssonne ist hitverdächtig. Sie steht über dem Horizont, wärmt zwar nicht mehr, es ist aber so hell wie am späten Nachmittag. Wir haben dieses Schauspiel schon mal erlebt, in Inuvik im Norden von Kanada, am Ende vom Dempster Highway. Immer wieder ein Erlebnis. Wir legen uns wieder hin und erwachen um 06:00 Uhr. Frühstück und los geht es. Wir fahren nach Nikväg, dort gibt es Möven mit drei Zehen. Die gibt es nur da. Gefunden, gefilmt und fotografiert haben wir sie. Die Zehen konnten wir nicht nachzählen, die Viecher sind immer wieder weggeflogen. Mein ornithologischer Exkurs ist somit vollbracht. Sonst bringt das Dorf gar nichts. Die Fahrt dorthin ist sehr schön. Die Strasse ist zwar schmal, kurvig und uneben, aber mit der nötigen Vorsicht, bringt man auch ein 7 Meter langes Womo hin und wieder zurück. Wir fahren noch ins nahe gelegene Dorf Hovden. Dort gibt es eine Campground auf dem man gegen eine kleine Gebühr übernachten kann. Leider alles schon besetzt und sowieso zu früh. Also geht es zurück Richtung Melbu. Dort warten wir eine gute Stunde auf die Fähre die uns dann in 25 Minuten nach Fiskebel bringt. Wir sind auf den Lofoten angelangt. Eine kurze Fahrt bringt uns auf den Campingplatz in Kabelväg. Schön angelegt auf den Klippen, mit Aussicht. Duschen sind alt und...., eben wie gehabt in Norwegen. Wir duschen im Womo. So können wir den Wassertank wieder mal ganz leer machen und morgen mit frischem Wasser füllen. Es gibt Rennntierwürste auf dem Grill gemacht und Spinat. Auf die Mitternachssonne brauchen wir heute nicht zu warten, wir stehen hinter einem Berg. Fahrstrecke heute 339 Km.

Unterwegs
Möven mit 3 Zehen
Camping in Kabelväg, Lofoten

21.06.2015

Kurz vor sieben Uhr geht es los Richtung Ä. Wir suchen ein paar Caches. Finden sie auch. Besuchen die grosse Holzkirche Buksnes in Gravdal. Die Architektur der Kirche ist der von Wikingerschiffen nachempfunden. Im Innern soll sie auch sehr schön sein, leider ist abgeschlossen. In Sakrisoy haben wir uns in einem Fischladen zum Mittagessen Krabben Burger erstanden. Dazu noch eine Stück „Einer Rokt Orret“. Schaut aus wie Lachs. Wie es schmeckt? Dazu später mehr, müssen das Stück erst essen.   3 Rotbarsch Filets gibt es noch dazu. Die gibt es dann Morgen, uns fehlt heute die Zitrone. Weiter geht es Richtung Ä. Die Strasse wird immer schmaler. Es folgen ein paar Tunnels. Die Strasse noch schmaler. Kreuzen mit anderen Womos ist nicht mehr möglich. Es gilt auf die Ausweichstellen und den Gegenverkehr zu achten. 2 Brücken mit durch Rotlicht geregeltem Einbahnverkehr sind auch noch dabei. Ein letzter Tunnel und wir sind in Ä. Was schon??!! Ein grosser Parkplatz und fertig ist die Strasse. Ein kurzer Fussweg führt ins Dorf Ä. Wir finden den Cache der dort versteckt ist und eine Bäckerei. Die machen im Holzofen frisches  Brot und Kardoman Schnecken. Da wiederstehen wir nicht. Warum auch! Wir erstehen ein Brot und 2 Schnecken. (4 wären besser gewesen.) Die Rückfahrt führt uns vorerst auf den Campingplatz Skagen bei Ramberg. Liegt direkt am Meer und verspricht eine tolle Mitternachtssonne. Ankommen, einrichten und Schnecken Essen in rascher Folge. Gegen fünf Uhr kommen Wolken auf. Ob das was wird, mit der Sonne um Mitternacht? Zum Nachtessen gibt es Pizza selbstgemacht auf dem Gasgrill. Total gefahren 205 Km.

Dorf Ä
Camping Skagen bei Ramberg

22.06.2015

Mit der Sonne um Mitternacht war nichts. Zuviele Wolken. Wir starten um halb acht Richtung Narvik. Das heisst die ganzen Lofoten wieder hoch. Logisch werden die Strassen wieder breiter. Wir kommen gut voran. Zwischendurch mal einen Cache gefunden. Das Panorama ist auch von dieser Seite überwältigend. Unterwegs noch kurz eingekauft. Wir fahren 30 Km weiter über Narvik hinaus Richtung Trondheim. Der Ort heisst Ballangen, der Campingplatz hat den gleichen Namen. Es ist der schönste und der am besten gewartete Platz, den wir in Norwegen angefahren haben. Es gibt sie also doch, die Plätze wo alles stimmt. Noch was zum Wetter, da hatten wir wohl ein Affenschwein. Wenn man so hört, dass Andere 14 Tage Regenwetter haben. Bei unserem Besuch der Vesterålen und Lofoten ist das Wetter durchwegs gut. Leicht bewölkt zwar, aber meistens scheint die Sonne. Dass es kalt ist, scheint normal zu sein. Zum Nachtessen gibt es den gestern in Sakrisoy gekauften Fisch. Auf dem Grill in der Folie gegart. Schmeckt wunderbar. Gefahrene Km 379.

Unterwegs auf den Lofoten

23.06.2015

Wir sind heute früh dran. Der Himmel ist bedeckt. Es regnet noch nicht. Wir entschliessen uns vorwärts zu machen und starten um 06:40 Uhr. Die von uns geplante Fähre von Skartberget nach Bognes legt um 08:35 ab. Da wir früh dran sind hoffen wir, das frühere Schiff zu erreichen. Wir kommen im Hafen an und sehen die Fähre um die Ecke verschwinden. Also warten wir eine Stunde. Es gibt Kaffee und Gutzeli. Das Verladen, die Überfahrt und das Entladen gelingen. In einem Rema 1000 kaufen wir unterwegs noch ein paar Kleinigkeiten. Später in einem Spar noch Gebäck. Die Strecke ist geprägt durch viele Baustellen mit Wartezeit bis zu 15 Minuten und noch mehr Tunnels. Alle sind gut beleuchtet und problemlos zu durchfahren. Eine kleine Schwierigkeit ist meine selbstverdunkelnde Brille. Die braucht, trotz modernstem Glas, einige Sekunden bis sie klar ist. Die ersten paar Meter im Tunel gleichen jeweils einem Blindflug. Ich weiss, dass Velofahrer und Fussgänger im Tunnel sein könnten, entsprechend langsam ist jeweils die Einfahrt. (Meistens.) Es regnet immer wieder, deshalb entschliessen wir uns zuzufahren. Wir überqueren den Polarkreis. Es liegt Schnee. Nach 478, zum Teil langweiligen, Kilometern erreichen wir den Ort Mosjoen und den gleichnamigen Campingplatz. Es ist alles nass, deshalb wählen wir einen geteerten Platz. Es ist spät, wir holen uns deshalb im Restaurant 2 Kebab. Sie heissen zwar so, sehen aber nicht so aus und schmecken gar nicht. Jeder Türke würde vor Wut platzen, wenn er sehen würde mit was die den Namen Kebab totschlagen. Selber kochen wollen wir nicht. Es ist noch Gebäck vorhanden und ein gutes Glas Rotwein sättigt auch.

Polarkreis

24.06.2015

Wir starten um fünf vor Sieben. Um 07:00 Uhr öffnet der REMA 1000 seine Tore. Wir erstehen uns frische Brötchen. Dann geht es los Richtung Trondheim. Unterwegs gibt's es Frühstück und später ein selber gemachtes Sandwich. Von unterwegs gibt es nicht viel zu berichten. Es hat sehr viel Verkehr. Anfangs regnet es, dann wir das Wetter besser, die Sonne scheint. Wir kommen nur langsam voran, immer wieder Baustellen durch die wir mit einem Führungsfahrzeug gelenkt werden, oder dann mit Rotlicht geregelt. Etwa 100 Km vor Trondheim findet auf der E6 ein Strassenlauf statt. Na gut denkt der geneigte Leser, wieder warten. Denkste! Der Lauf findet im stockend, fliessenden Verkehr statt. Das heisst, die Läufer laufen am Rand der Strasse entgegen unserer Fahrtrichtung. Also möglichst links halten. Dort ist aber der Gegenverkehr. Nicht alle fahren auf ihrer Seite schön rechts. Kritische Situationen zwischen Läufer und Fahrzeugen sind also programmiert. Ich glaube die spinnen, die Norweger. Klar ist, es gibt auf diesem Abschnitt keinen anderen Weg als die Strasse. Gleich daneben verläuft die Küste. Warum verlegt man den Lauf nicht an einen Ort, wo man neben der Strasse laufen kann? Wir können allen Läufern ausweichen und gelangen ohne Personenschaden nach Trondheim. Dort stellen wir unser Womo auf den Parkplatz beim Stadion Spektrum. Es gibt da ein paar Plätze die von Womos gratis für 24 Stunden benutzt werden können. Absolut keine Infrastruktur. Die haben wir ja dabei. Über die Brücke gleich beim Parkplatz gelangen wir in die Innenstadt von Trondheim. Wir besichtigen den Dom von aussen. Weiter geht es, über die älteste Brücke der Stadt in die Altstadt mit ihren farbigen Häusern. Dort gibt es in einem Kaffee, den besten Espresso Norwegens. Dann geht es über den Markt bis zum Fischmarkt im Hafen. Dort kaufen wir uns frischen Fisch. Ein Cache loggen ist Ehrensache. Für einen Drink und ein Bier in der Nähe des Hafens bezahlen wir CHF 24.00. Wir sind nicht betrunken! Zurück im Camper gibt es, nach einer engen Dusche ein feines Risotto. Gefahrene Km 400.

Trondheim Dom
Altstadt von Trondheim
Altstadt von Trondheim

25.06.2015

Heute starten wir um 06:40. Das Wetter ist nicht so gut. Unterwegs regnet es zum Teil stark. Der Verkehr auf dieser Strecke ist gering. Wir kommen gut voran. Keine wesentlichen Vorkommnisse. Nach 485 Km erreichen wir Sundsvall in Nordschweden.. Der Campingplatz heisst Fläsians. Liegt direkt am Meer. Sehr schöner Platz. Sauber und gepflegt bis ins Detail. Der Grenzübertritt war kein Porblem. Sind durch die grüne Spur gefahren. (Nichts zu verzollen.) Gesehen haben wir niemanden. Hatten wohl alle frei.

Campingplatz Fläsians bei Sundsvall

26.06.2015

Wir lassen es gemütlich angehen. Die Geschäfte in Birsta City öffnen erst um 10.00 Uhr. Dieser Einkaufs Komplex ist gigantisch. Eines der grössten Einkaufscenter Schwedens. Nicht alles unter einem Dach. Die einzelnen Firmen sind in eigenen Gebäuden auf Platz. Es lohnt sich von einem zum anderen Geschäft den Parkplatz zu wechseln. Alle grossen Namen sind vertreten. IKEA, COOP, Bauhaus usw. Wir verbringen gut 3 Stunden hier. Bei IKEA kaufen wir ein paar praktische Sachen. Der Laden ist riesig. Bei COOP kaufen wir noch Lebensmittel, im daneben liegenden Alkoholladen (heisst hier Systembolaget), decken wir uns auch ein. Wir trinken einen sehr guten Esspresso in einem Kaffee. Essen ein wunderbares Krappenbrötchen. Jetzt geht es weiter Richtung Süden. Wir fahren 147 Km bis nach Hölick. Wenn möglich fahren wir abseits der E4. Was nur selten gelingt. Das heisst, wenn wir ein Dorf an der Küste besuchen wollen, müssen wir die E4 verlassen? Die Kilometerleistung sinkt jetz merklich. Wir sind an der Küste Schwedens angelangt, können uns jetzt Zeit lassen. Übrigens, in Schweden werden die fixen Radarmessungen mittels Signalisation angezeigt, was sehr praktisch ist. Aber auch sonst habe ich mit den Geschwindigkeitsbegrenzungen keine Probleme. Wie vor ein paar Tagen im Bericht erwähnt, funktioniert mein Trick immer und überall. Der Trick, Ich halte mich an die vorgegebenen Beschränkungen. Der Ort Mölick liegt 30 Km abseits der E4. Der Campground mit gleichem Namen selber liegt in einem lichten Wald, nicht direkt am Meer, mitten in einem Naturschutzgebiet. Mal was anderes. Alles sehr gepflegt. Die Duschen sind neu. Der Empfang zeigt uns, dass die Dame lieber was anderes machen würde. Sie ist aber an ihren Grenzen angelangt. Nach dem Motto: „Gibt sich und hat Mühe“. Trotzdem würden wir diesen Platz immer wieder aufsuchen. Nachtessen, zwei riesige Pouletschenkel mit Salat. Die Mitternachtssonne hat sich definitiv verabschiedet. Ich kann um Mitternacht immer noch ohne Licht lesen, im Womo innen braucht es bereits Kunstlicht.

27.06.2015

Zusammenpacken, abhängen und wegfahren. Das geht richtig flott. Die Routine macht es aus. Wir sind unterwegs und kaufen uns Brötchen und Gipfeli. Ein paar Caches entlang der Route sind Pflicht. Die meisten finden wir, ein paar hartnäckige zeigen sich nicht. Einer ist speziell. Nicht dass wir ihn nicht gefunden hätten. Doch doch! Er liegt in einem Villenquartier. Wir fahren weiter. Plötzlich eine Unterführung. Durchfahrtshöhe 3,10 Meter. Wir sind 3,2 Meter hoch. Obschon immer ein wenig Sicherheitsmarge vorgesehen ist, drehen wir um und lassen die Unterführung stehen. Wenn immer möglich, fahren wir nicht die E4. Das Navi ist so programmiert, dass es die Autobahn meiden soll. Es klappt fast immer. Die alte E4 ist nicht unbedingt interessanter und schöner zu fahren. Da gibt es kilometerlange Waldpartieren. Eher langweilig. Wir entschliessen uns, unserem Trudi (so haben wir die Stimme im Navi getauft) nicht immer zu folgen und fahren bald mal die neue E4. Nach 257 Km erreichen wir Hasvad Camping in Ängskär. Liegt direkt am Meer unter Bäumen gelegen. Sehr gepflegt. Der Strand lädt nicht zum Bade (13 Grad) obschon das Wetter fast wolkenlos und warm ist. Es stinkt nach Abwasser und das Meer ist selbstverständlich für uns zu kalt. Wir sind Warmduscher. Bis um 20:00 Uhr sind wir draussen an der Sonne. Zum ersten Mal ohne Faserpelzjacke. Und zur Hälfte in kurzen Hosen. Sobald die Sonne hinter den Bäumen verschwindet, wird es kühl. Wir verziehen und ins fahrende Hotelzimmer.

Zwei Besucher

28.06.2015

Um halb acht geht es los. Wir haben ja nur knapp 250 Km vor uns. Denken wir. Unser erstes Ziel ist es, irgendwo frisches Brot zu kaufen. Das gelingt uns um halb Zehn. Das Einkaufszentrum hat seit acht Uhr auf. Wir kaufen ein frisches Brot. Nun suchen wir uns einen schön gelegenen Stellplatz. Und suchen, suchen, suchen. Finden tut sich nichts. Wir fahren via Ängskär nach Mariefreds. Dieses Dorf liegt leicht unterhalb von Stockholm. Keine ausgesprochene Touristenstrecke. Deshalb bleibt unsere Suche erfolglos. Wir treffen in Mariefreds ein. Was soll’s, gibt es halt hier Frühstück. Das Brot schmeckt übrigens sehr gut. Wir stehen auf dem Parkplatz vom Schloss Gripsholms. Wir besuchen das Schloss ohne Führung. Unsere Erfahrung zeigt, dass wir den Grossteil der Informationen die man auf so einer Führung erhält, eh nicht behalten können. Wir lassen die Räume und die Bilder der Ahnengalerie der Herrscher Schwedens auf uns wirken. Vor allem der Schlossgarten gefällt uns. Eigentlich haben wir geplant, den Campingplatz hier im Dorf anzusteuern. Es ist aber erst halb Eins. Wir beschließen noch rund 250 Km weiter zu fahren, in den Ort Tyrislöt. Es führt eine Brücke ohne Maud auf dieses Inselchen. Der Campground ist schön angelegt. Die sanitären Einrichtungen hätten eine Erneuerung verdient. Wir beschließen wieder mal die Campereinrichtung zu benützen. Nachtessen: Curry Geschnetzeltes mit Reis. Auf vielfachen Wunsch einer Person, ohne Salat. Der Entschluss noch weiter zu fahren, hat eine Tagesleistung von 438 Km zur Folge. Die Fahrzeit ist, im Verhältniss zu anderen Tagen, relativ kurz. Das meiste fahren wir auf den gut ausgebauten Autobahnen rings um Stockholm.

Schloss Gripsholms
Blick auf das Dorf Mariefreds
Blick auf das Schloss vom Garten aus.
Camping Tyrislöt

29.06.2015

Heute wollen wir die Insel Öland ansteuern. Bis nach Wikegards zum Campingplatz Semesterby fahren  wir 327 Km. Hauptsächlich auf der E22, der gut ausgebauten Schnellstraße, erreichen wir Kalmar. Dort kaufen wir in einem Einkaufszentrum noch ein paar Kleinigkeiten zum überleben. Salat ist auch dabei.  Der Slogan auf dem Gebäude des Zentrums zeigt uns: 07:00 – 22:00 alla Dagan. Die Schweden dürfen auch am Sonntag einkaufen. Das Personal wirkt keineswegs mürrisch oder schlecht gelaunt. Warum geht das in der fortschrittlichen Schweiz wohl nicht? Der Reisebericht lässt keine politischen Äußerungen zu. Deshalb erspare ich mir die Antwort, auf die selbst gestellte Frage. Die Überfahrt über die riesige Brücke auf die Insel Öland ist spektakulär. Wir staunen immer wieder über die Brückenkonstruktionen die die Schweden in die Gegend stellen. Die Insel empfängt uns mit bewölktem Wetter. Es ist um die 20 Grad warm. Der Wind hält sich in Grenzen. Wir sind uns, aus dem hohen Norden, rauheres Wetter gewohnt. Das Camp ist ruhig gelegen. Das Meer ist nicht weit, wir können es von unserem Platz aus sehen. Wir ersparen uns deshalb den Marsch. Die sanitären Anlagen sind veraltet. Der Empfang auch, aber freundlich und auf Deutsch.

Brücke zur Insel Öland
Camp Semesterby bei Wikegards auf Öland

30.06.2015

Wir verlassen den Campground endgültig, obschon wir gestern der veralteten Rezeptionistin verklickert haben, dass wir 2 bis 3 Tage bleiben. Für diese Aussage wird uns ein schöner Platz in einer Ecke des Camps zugewiesen. Weit und breit keine Nachbarn. Die Ablutions wurden dadurch aber nicht jünger. Die Bemerkung der Dame, (sie auch nicht) es habe gestern noch jemand angerufen und genau diesen Platz verlangt, überhöre ich Kommentarlos. Das Versäubern des Womos ist hier absolut Spitze. Alles an einem Ort und grosszügig angelegt. Wir fahren los Richtung Norden. Ein paar Caches werden geloggt. Wir erreichen das Dorf Bodö. Hier gibt es eine, auf der Insel, berühmte, Bäckerei und Kaffeerösterei. Es gibt diverse verschiedene Brote, Brötchen und eine Haufen süsses Gebäck. Wir können uns kaum entscheiden. Ich würde am liebsten von jedem Gutzeli eins einpacken lassen. Geht aber nicht, da Ich von Natur aus nicht an Untergewicht leide. Leider! Wir lassen eine Kleinigkeit einpacken und bestellen Kaffee und 2 Leckereien zum sofort vernichten. Im gleichen Dorf gibt es noch einen Fischladen, dort erstehen wir frische Lachsfilets. Der Stellplatz am Hafen ist sehr schön. Nur wir sind wiede mal zu früh dran. Es geht weiter Richtung Norden. Wir erreichen den langen Erik, ein alter Leuchtturm am nördlichen Ende der Insel. Der will besichtigt werden. Wir stellen fest, der Eintritt kostet 40 Kronen. Dann kann man zu oberst auf den Lauchtturm. Ich vergewissere mich, dass kein Lift nach oben führt. Wir verzichten auf die Besteigung. Weiter geht es, logischerweise Richtung Süden. Wir fahren das Dorf Byxelkrok an. Man kann da am Hafen frei Stehen. Ist aber optisch kein Hit. Wir verzichten und steuern den Campingplatz First Camp in Ekerum, ein paar Km unterhalb der Haupstadt Borgholm, an. Ein grosses Camp mit vielen Möglichkeiten für Kinder. Es läuft was. Wir finden einen Platz, bezahlen bei der jungen, hübschen Schwedin gerne den Obulus. Die sanitären Einrichtungen sind neu, grosszügig und sauber. Der Lachs schmeckt wunderbar. Dazu gibt es Salat, der Lachs hat ja Fett genug. Gefahren 147 Km.

01.07.2015

Die Brötchen zum Frühstück, auf dem Platz eingekauft, sind von Gestern und deshalb schwammig. Für Morgen machen wir das Brot selber. Den ganzen Tag scheint die Sonne, bei leicht bewölktem Himmel. Es ist warm. Heute ist ein Cachertag angesagt. Bevor wir mit dem Navigieren beginnen, noch ein Kurzbesuch im gut assortierten Shoppingcenter in Färjestaden. Im Systembolaget  füllen wir unsere Vorräte auf. Was sein muss schmeckt. Es gibt eine Serie von 35 Caches die alle an der Strasse zu finden sind. Das Motto heisst stoppen, loggen, stoppen, loggen. Das Loggen klappt, das stoppen nicht immer. Die Parkmöglichkeiten sind zum Teil nur für PW’s ausgelegt. Unser 7 Meter Womo hat da keine Chance. Einfach auf der Strasse stehen lassen, das macht ein Schweizer nicht. Wir loggen 22 von 35 versteckten Caches. Immerhin!! Nachtessen selber gemachte Hamburger mit Kartoffelsalat. Nach dem Essen gibt es noch eine Runde Minigolf. Elisabeth schlägt mich mit einem Schlag weniger. Im Kassenhäuschen sitzen 2 Typen. Sie spielen mit ihren Handys und verkaufen uns die Runde mit 12 Löchern für 100 Kronen. Die Bahnen sind mit Blättern, Sand und Föhrenlaub gespickt. Den Kerlen würde ein Besen im Gebrauch besser anstehen wie ein Handy. Macht trotzdem Spass, ich bin ein guter Verlierer und die Bahn ist für beide gleich schmutzig. Übrigens, es ist 20:50 Uhr, wir sitzen beide bei 20 Grad ohne Wind noch draussen. Ohne Faserpelzjacke!!

Unterwegs beim Cachen
Abendstimmung ohne Faserpelz

02.07.2015

Wir haben uns, nach längerem überlegen und diskutieren, entschlossen 2 weitere Nächte auf dem wirklich schönen First Camp in Ekerum auf Öland zu verbringen. D.h. Wir verlassen das Camp am Sonntag. Heute wollen wir die Gärten der Sommerresidenz des Königs besichtigen. Wir Frühstücken gemütlich, mit den gleichen schwammigen Brötchen wie gestern, weil das selbstgemachte Brot misslungen ist. Falsches Mehl, oder so. Wir machen uns auf zu den Gärten. Parkieren das Womo, es hat noch nicht viele Besucher. Also alles wie geplant. Wir studieren die Infotafeln und laufen ca. 5 Minuten Richtung Eingang. Es ist 09:45 Uhr. Das Tor ist verschlossen. Wir lesen die Infotafeln vor dem Tor. Öffnungszeiten  von 11:00 bis 18:00 Uhr. Das erste Studium war wohl nicht so intensiv. Was uns tröstet, wir sind in guter Gesellschaft von einigen Uhreinwohnern. Gemeinsam gehen wir zurück, besteigen unser Fahrzeug und suchen, finden noch ein paar Caches. Wir fahren nach Borgholm, parkieren das Womo wohl auf dem von der Fusgängerzone am weitesten entfernten Parkplatz. Den haben wir aber lange gesucht. Den Nächstgelegensten haben wir beim wegfahren auch noch gefunden. Das Städtchen ist sehr schön. Die Fussgängerzone hübsch angelegt und sehr gepflegt. Wir finden eine Bäckerei. Was tun wir? Der interessierte Leser weiss es. Wir kaufen uns ein paar Süssigkeiten zum mitnehmen. Man weiss nie, wann der Hunger kommt. Wir trinken einen Espresso in dieser Bäckerei. Haben schon besseren getrunken, aber nicht hier. Weiter geht es. Ich erstehe mir ein paar kurze Hosen mit vielen Taschen. Das mitgenommene Paar landete gestern im Kübel. Reissverschluss im Eimer. Während dem probieren, bringt mir Elisabeth noch ein Shirt. (Wohl mit dem Hintergedanken, wenn der schon mal was kauft, muss ich zuschlagen.) Auch das Shirt passt. Wir sind gegen 14:00 Ihr auf dem Camp. Was passiert, der Hunger ist da und die Süssigkeiten sind weg. Wir hängen rum und geniessen das wolkenlose Wetter. Im verlaufe des Resttages gibt es noch Sandwiches. Wir gehen runter zum Meer und halten die Füsse ins Wasser. Es ist nur ein paar Zentimeter tief und lauwarm. Der Nachteil, es hat kleine Steine im Sand versteckt und die Distanz bis man schwimmen kann beträgt gute 200 Meter. Wir lassen es für Heute und wollen es Morgen via den Steg der ins Meer hinaus führt versuchen. Man soll ja nichts überstürzen. Zum Nachtessen, sehr gute Lammkottelettes mit Bratkartoffeln. (Ohne Salat, oh Wunder.) Gefahrene Km 40.

Dorfplatz in Borgholm

03.07.2015

Heute ist ein fauler Tag. Nach einer langen Aufwachphase und ausgiebigem Frühstück, fahren wir über die Brücke nach Kalmar zum einkaufen. Das dauert auch seine Zeit, die Centren sind riesig. Zurück im Camp wechseln wir noch den Platz von der Zweiten in die erste Reihe. Wir stehen jetzt direkt am Strand mit Blick aufs Meer. Der Platz ist länglich angelegt. Gemäss den Stellvorschriften könnten wir unser Womo nur der Länge nach stellen. Es steht schief und nimmt den Grossteil des Platzes ein. Nach reiflichem Überlegen, entschliessen wir uns die Vorschriften grosszügig auszulegen und parken das Fahrzeug quer in den Platz. Das schaut wesentlich besser aus. Genügend Platz und das Ding steht einigermassen gerade. Wir sind zufrieden und alle Anderen scheinbar auch. Bis jetzt gibt's keine Reklamationen. Den Nachmittag verbringen wir schattensuchend auf den Liegestühlen. Das Nachtessen besteht aus Pizza auf dem Grill und was wohl, natürlich Salat. Wir sitzen bis gut 22:00 Uhr draussen und geniessen den lauen Sommerabend. Gefahrene Km 63.

Mitternachtsstimmung

04.07.2015

Heute besuchen wir die Gärten (also mehrere, wir haben nicht mal einen) der königlichen Sommerresidenz. (Wir haben nur eine Wohnung, immerhin auf zwei Stockwerke verteilt). Die Gärten, Kricketplatz, Wasserspiel und einige lauschige Eckchen sind wirklich schön angelegt. Die Blumen haben schon bessere Tage gesehen. Wobei schönes und warmes Wetter, wie wir es haben, ist mir fast lieber als schöne Blumen. 11 Franken Eintritt pro Person sind mehr als genug. Gleichzeitig loggen wir noch zwei Caches und schon geht es zurück auf unseren schönen Platz. Wir stellen das Womo, unter knappem Einhalten der Abstände, wieder so hin wie Gestern. Reklamationen gibt es keine, dafür bleiben die Plätze links und rechts von uns leer. Der Nachmittag geht vorbei mit schlafen, lesen und faulenzen. Dies trotz dem aufblasbaren Spielplatz der uns so gegen 14:00 Uhr vor die Nase gestellt wird. Macht nichts, gibt was zu schauen. Nachtessen Entercotes mit selber gemachtem Teigwarensalat. Gefahrene Km 27.

Schloss von hinten
Schloss von vorne
Im Schlossgarten
Im Schlossgarten
Wem da nichts in den Sinn kommt........
Im Schlossgarten
Im Schlossgarten

05.07.2015

Wir verlassen das Camp pünktlich um 07:00 Uhr. Die Fahrt geht über die Brücke nach Kalmar. Dort kaufen wir Frühstücksbrötchen. Auf der E22 fährt unser Womo Richtung Malmö. Sobald möglich verlassen wir diese Halbautobahn und wechseln auf die E9, die der Küste entlang führt. Die Strasse führt zu zahlreichen Dörfern, mit zum Teil Beschränkung auf 40 Km/h. Trotzdem ist es wesentlich abwechslungsreicher als die E22. Es ist heiss, das Thermometer im Auto zeigt 31 Grad. Geplant ist, in Ysatd am Hafen zu übernachten. Wir finden diesen Stellplatz aber nicht. Der Campingplatz in Ystad gefällt uns gar nicht. Etwas weiter Richtung Malmö, steuern wir noch einen Hafenplaz an. Gefällt uns auch nicht so richtig. Zudem stinkt es bestialisch nach Abwasser. Unterwegs steuern wir noch einen Platz an, keine Ahnung mehr wo, passt aber auch nicht. Zu voll und zu eng. Also fahren wir nach Malmö auf den First Camp Platz. Richtig gelesen, er  hat den gleichen Namen wie der auf Öland. Ist so was wie eine Campingplatz Kette. Wir waren schon auf der Insel sehr zufrieden und sind es hier auch. Obschon das Camp 800 Stellplätze hat, haben wir es geschafft uns irgendwo am Rand zu platzieren. Nachtessen Lammkottelettes mit Blumenkohlsalat. Gefahren sind wir 416 Km.

06.07.2015

In der Nacht zieht ein Gewitter über uns hinweg. So richtig gemütlich. Gegen Neun Uhr Morgens reissen die Wolken auf, die Sonne kommt hervor. Es ist recht warm, ein starker Wind verhindert ein gemütliches sitzen. Wir fahren mit dem Bus nach Malmö. Gem Reiseführer ist es eine aufstrebende Stadt, die ein Besuch lohnt. Mag ja sein, dass die Stadt aufstrebend ist. Den Tourismus pflegen sie eher auf eine eigenartige Weise. Es gibt keine Angebote für Stadtrundfahrten. Das Touristoffice ist am Bahnhof. Ist ja kein schlechter Standort, nur ist es niegends auf einem Stadtplan vermerkt. Bus und U-Bahnlinien sind im Plan bunt gemischt. Das Ganze in der selbstverständlichen Sprache Schwedisch. Uns gefällt ja Schweden sehr gut, immer noch. Was uns auffällt wenn wir es mit der Schweiz vergleichen, die Infos die man kriegen kann sind auf Schwedisch, im besten Fall noch auf Englisch. In den CH-Touristenorten ist der Weg zum Bahnhof in mehreren Sprachen beschrieben. Zurück zu Malmö, die Stadt ist schmutzig. Zum Teil sicher darauf zurückzuführen, dass es sehr stark windet. Trotzdem, wir haben Schweden als sehr sauberes und aufgeräumtes Land kennen und schätzen gelernt. Malmö macht da leider eine Ausnahme. Am Mittag essen wir eine sehr gute Pizza bei einem Italiener in der Innenstadt. (Fussgängerzone, nicht mal Velos dürfen hier fahren. Bravo!!) Wir besuchen, mit dem sehr gut ausgebauten ÖV, den Turning Torso. Ein 190 Meter hoher Turm der sich um 90 Grad gen Himmel schraubt. Imposantes Bauwek. Leider darf es nicht betreten werden. Davon steht aber in der Beschreibung nichts. Man wird erst am Eingang mit einem Hinweis (auch in E) darauf hingewiesen. Warum da kein kostenpflichtiger Tourilift nach oben, auf eine mit einem Restaurant versehene Aussichtsplattform führt, wissen vermutlich nicht mal die Erbauer. Schade, der Ausblick wäre sicher gigantisch. Wir besuchen auch die Basilika de Petri. Eine schöne, prunkvolle Kirche. Grund, hinter dem Bauwerk liegt ein Cache. Wir wollen doch auch einen von Malmö. Für uns das interessante an dieser Stadt, alte, restaurierte Gebäude wechseln sich ab mit modernsten Bauten. Da dürfen sich die Architekten so richtig austoben. Wir fahren zurück zum Camp. Sind stolz, dass wir dabei 2 Buslinien benutzten, die an der gleichen Haltestelle durchfahren und wir ohne Wanderung umsteigen können. Wartezeit 20 Minuten. Wegen der Pizza am Mittag gibt es zum Nachtessen nur kalt. Gefahrene Km logisch, Null.

Turning Torso in Malmö
Malmö

07.07.2015

Wir starten überpunktlich. D.h. 2 Minuten vor 07:00 Uhr. Unser Nachbar will auch dann abfahren und wir wollen beim Reinigen des Womos nicht warten. Und siehe da, wir sind die Ersten. Trudi führt uns gekonnt aus Malmö raus auf die E22. Es geht zügig voran. Wir passieren die Öresundbrücke, später die Storebaelt Brücke. Unterwegs frühstücken wir mit Rührei. Dass das eine gute Idee war, sollte sich zeigen. Wir fahren weiter Richtung Hannover mit gemütlichen 110 KmH. Bei Rendsburg schickt uns Trudi ab der Autobahn Richtung Itzehohe dann auf die A23 Richtung Hamburg. Wir glauben Trudi macht das, weil die A7 vor Hamburg regelmässig verstopft  ist. Mit diesem Umweg ist unsere Raststätte die wir für das Mittagessen geplant haben, mit der A7 verlustig gegangen. Wir fahren drauflos und wollen irgendwo anders Essen. Schon sind wir auf der A23. Es geht wieder zügig. Bis wir im Verkehrsfunk hören, dass ab der Ausfahrt Rellingen, ca 15 Km vor Hamburg die A23 wegen Reinigungsarbeiten gesperrt ist. Das hat Trudi nicht gewusst. Wir stehen für knappe 2 Stunden im Stau. Müssen die wirklich ihre Autobahn reinigen, wenn wir daher kommen? Scheint so zu sein. Die kurze Umfahrung geht recht zügig und wir sind wieder auf der A23. Das Mittagessen haben wir inzwischen abgeschrieben. Wir halten an einer Raststätte um nach einem Campingplatz zu suchen. Wir finden, 43 Km nach Hamburg, den Platz Brunautal. Ein kleiner, sehr gepflegter Campground. Da haben wir uns eingerichtet. Nachtessen Pouletschenkel auf dem Grill mit  Salat. (Was denn sonst.)    Gefahrene Km 585.

Camping Brunautal

08.07.2015

Wir holen um acht Uhr die Gipfeli und das Baguette, das wir am Vorabend bestellt haben, in der Reception ab und fahren gleich los. Den Cache den wir noch loggen wollten ist dem einsetzenden Regen zum Opfer gefallen. Wir kommen gut voran. Nach einer Stunde essen wir Frühstück. Die Gipfel sind riesig und das Brot schmeckt auch. Nicht aufgebacken, muss aus einer Bäckerei kommen. Weiter geht es. Ein paar kleinere Staus vor Baustellen auf der A7, später auf der A5 können uns nicht beunruhigen. An einer Raststätte, den Namen weiss ich nicht, war auch nichts spektakuläres, essen wir die mit dem gekauften Brot selber gemachten Sandwiches. Allemal besser als das was man in den Raststätten so kaufen kann. Die Fahrt geht weiter Richtung Heimat. Nach 550 Km suchen wir im GPS einen Übernachtungsplatz. Wir werden fündig und fahren ihn an. Zuerst führt uns Trudi in ein Dorf. Mitten im Kaff soll der Platz auf der linken Seite sein. Da steht aber eine Kirche. Auf dem daneben liegenden Stiefelhügel hätte es schon Platz, ruhig wäre es wohl auch, aber wir wollen diesen Trudi Vorschlag nicht akzeptieren. Ein neuer Anlauf, Trudi bringt uns zum gewählten Ziel. Dort ist niemand der uns in Empfang nimmt. Mann kann zwar jemanden anrufen, das passt uns aber nicht. Wir wollen gebührend empfangen werden. Also nächste Suche. Trudi soll uns weitere nahegelegene Plätze vorschlagen. Die tut das auch und wir entscheiden uns für das Camping Bergwiesen in 76316  Malsch – Waldbrechtsweier? Auch den findet Trudi nicht auf Anhieb. Sie führt uns mitten ins Dorf. Dort kann kein Campingplatz sein. Wir fahren einen Umweg von 10 Km und landen im gleichen Dorf. Zufällig finden wir die Tafel mit dem Hinweis auf das Camp. Und oh Wunder, Trudi kennt plötzlich den Weg auch. Es ist wieder eine Perle, etwas erhöht gelegen und ruhig. Das Beste daran ist das Restaurant Campingstüble. Wir essen vorzüglich. Rahmschnitzel mit Spätzle, Rumsteak mit Pommes, Salat. Guten einheimischen Wein, Apfelslstrudel mit Sahne und gemischtes Eis ebenfalls mit Sahne. Der Abschluss macht ein Kartoffelschnapps zur Verdauung. Uns geht es gut, wir gehen schlafen. Gefahrene Kilometer 626.

Camping Bergwiesen, Malsch
Campingstüble

09.07.2015

Unser letzter Ferientag. Leeren der Toilette, putzen von Toilette und Dusche, Scheibenreinigung innen, Fahrerraum putzen, geht wie bei uns üblich, Hand in Hand. Das Grauwasser entleeren wir, wie vom Campingwart geheissen, in einen öffentlichen Gulli. Wie sind sicher nicht die ersten, die das so erledigen. Der Gulli ist verstopf, unser Schmutzwasser fliesst gemütlich Richtung Dorf. Uns soll es recht sein. Damit der Tank, wie vom Vermieter gewünscht, ganz leer ist, schliessen wir nicht ganz zu und der Rest kann während der Fahrt noch auslaufen. Wir frühstücken an einer Autobahnraststätte. Dann geht es flott Richtung Zuhause. Wir treffen um 12:00 ein. Wir glauben es kaum, haben wir das wirklich alles eingepackt? Das Auspacken jedenfalls will kein Ende nehmen. Dann wird das Womo innen noch frisch gemacht für die nächsten Mieter. So gegen 15:00 Uhr ist auch das geschafft. Das ganze Puff liegt jetzt in der Wohnung und will weggeräumt werden. Wir tun ihm den Gefallen. Eine Dusche tut gut. Wir sind wieder Zuhause. Gefahrene Km 274.

Übersichtskarte zur Reise

Karte
Orte

Fazit

Norwegen hat uns recht gut gefallen. Durch das Lesen diverser Reisberichte in denen das Land als wild und einsam beschrieben wird, haben wir eine falsche Vorstellung in der wir Norwegen mit dem Norden Canadas gleichgestellt haben. Dem ist nicht so. Norwegen ist wesentlich dichter bevölkert. Es hat dadurch auch mehr Verkehr. Wenn wir die letzten 700 Km zum Nordkapp vergleichen mit dem Dempster Highway in Canada, kommt das gar nicht hin. Trotzdem hat uns die Reise zum Nordkapp Spass gemacht. Generell wirkt das Land auf uns eher unaufgeräumt. Irgendwie machen die ihre Sachen nicht fertig. Da gibt es neue Gebäude umrahmt von einem schönen Platz. Gleich daneben, angrenzend finden wir eine Schuttmulde, dreckig und ungepflegt. Das Land ist sehr teuer, das sagen Schweizer. Gestört hat uns das nicht, wir sind in den Ferien und vorgewarnt.

Das Wenige was wir von Dänemark sehen, gefällt uns. Kann gut sein, dass wir in Zukunft dieses Land noch intensiver bereisen.

Am besten gefällt uns Schweden. Ein sehr schönes Land mit freundlichen Ureinwohnern. Sauber und gepflegt. Gute Infrastrukturen und schöne Campingplätze. Nach Schweden kommen wir sicher nochmal. Vielleicht mit einem Abstecher an die Nordsee und an die Ostsee. Mal schauen.

Der Womo Vermieter, Bantam Camping in Hindelbank bei Bern würden wir jederzeit wieder für eine Campermiete berücksichtigen. Der Preis ist im Vergleich zu kleineren Anbietern ein bisschen höher, dafür läuft alles sehr professionell ab. Die Fahrzeuge sind neu. (Unser Womo hatte gerade mal 3‘500 Km auf dem Zähler.) Das Equipment lässt keine Wünsche offen. Genug Gas, Chemikalien usw. ist bei Bantam eine Selbstverständlichkeit und im Mietpreis inbegriffen. Dadurch wurde uns die Suche, vor allem nach Gas, erspart. Unbeschränkte Kilometer sind für so eine Reise genau richtig.

Sollte euch der Reisebericht gefallen haben, schreibt doch ein paar Sätze ins Gästebuch. Wenn nicht, könnt ihr den Kommentar auch für euch behalten.

Eckdaten der Fahrt:

Total gefahrene Km 10’960

Durchschnittlicher Verbrauch 10,2 Liter Diesel auf 100 Km

Durchschnittliche Geschwindigkeit, 69 Km/h

Reine Fahrzeit, 157,45 Stunden