Reisen bildet

              Kanada Yukon und Alaska 2022

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01.05.2022

Noch 3 Wochen bis zum Start. Wir wollten schon vor 2 Jahren diese 4-wöchige Reise in Angriff nehmen. Dann kam, ja was wohl? Corona. Wir haben um ein Jahr verschoben mit dem Zusatz, jedes Mal verschieben, gibt eine Woche mehr. Was war nach einem Jahr immer noch? Corona! Also verschieben auf 2022. Mittlerweile sind wir bei 6 Wochen. Die Hoffnung ist gross, dass es diesmal klappt. Wobei, noch eine Woche mehr? Nein, wir denken nicht daran.

Eigentlich wollen wir mit Condor von Frankfurt direkt nach Whitehorse fliegen. Nur, Condor will nicht. Unser Flug wird umgebucht. Wir fliegen einen Tag früher über Vancouver nach Whitehorse. Dabei haben wir eben wegen dem Direktflug bei Condor gebucht. Werden uns das nächste Mal gut überlegen, ob wir nochmals bei Condor buchen. Flüge mit Zwischenlandung werden, von anderen Fluggesellschaften, deutlich günstiger angeboten. Das bedeutet, wir brauchen am Montag 23.05.2022 ein Hotel in Whitehorse. Wir entscheiden uns für das Sternwheeler Hotel, empfohlen von Nordland Tours.

23.05.2022

Endlich, nach gut zwei Jahren Warterei, geht es los. Unser Bus fährt uns um 06.23 pünktlich an den Bahnhof. Wir finden unseren Wagen mit den reservierten Sitzplätzen. Es ist ein vierer Abteil. unsere Plätze sind am Fenster. Auch der Zug fährt pünktlich los. Das Wort „Pünktlich“ hat ab jetzt, für einige Zeit, keine Bedeutung mehr. In Basel überqueren wir die Grenze zu Deutschland. Wir merken es auch daran, dass wir im Zug nun eine Maske tragen müssen. In der Schweiz sind seit Wochen alle Corona Beschränkungen aufgehoben. Wohlgemerkt bei sinkenden Zahlen in allen Bereichen von 20 bis 25 % pro Woche. Der ICE der DB fährt, mit kleinen Verspätungen, mit 160 Sachen Richtung Berlin. Was ich bis anhin so über die DB gelesen habe, hat mich dazu bewogen, das DB App runter zu laden und unsere Reise darin zu speichern. Der Plan ist, in Mannheim umzusteigen und mit einem Regionalexpress an den Flughafen Frankfurt zu fahren. Eine Durchsage lässt uns aufhorchen. Dieser Zug muss, wegen Bauarbeiten, umgeleitet werden und kommt mit ca. 35 Minuten Verspätung am Frankfurter HB an. Wir sehen, dass der nächste Zug von Mannheim nach Frankfurt Flughafen eine Stunde später fährt und steigen aus. Aus einer Diskussion auf dem Bahnsteig zwischen Reisenden und der Schaffnerin entnehmen wir, dass auch dieser Zug ausfällt. Mein App weiss davon noch nichts. Wir steigen wieder ein. Der Zug fährt los Richtung Frankfurt HB. Zwei drei Mal bleibt er auf der Strecke stehen. Die Verspätung wird immer grösser. Mit meinem geistigen Auge sehe ich eine Condor Maschine Richtung Vancouver starten. Ohne uns an Bord. Die von uns geplante Verbindung vom Frankfurter HB an den Flughafen ist in ernster Gefahr. Wir kommen am HB an und stellen fest, dass wir den Bahnsteig wechseln müssen. Es gibt eine Treppe die nicht rollt und keinen Lift. Wir schleppen unsere über 20 Kg schweren Koffer runter und wieder rauf. Es bleiben 10 Minuten bis der geplante Zug fahren sollte. Plötzlich sagt Elisabeth, „du, dieser ICE der hier steht hält auch am Flughafen und geht in ein paar Minuten. Der Sicherheitscheck beim rumstehenden Schaffner ergibt, Elisabeth hat recht. Wir steigen ein und kommen nach viel vergossenem Schweiss und ramponiertem Nervenkostüm am Flughafen an. Es sollte reichen. Da das digitale Check-in Zuhause nicht geklappt hat, gehen wir mit einem Ausdruck der Error Meldung an den Schalter. Wir werden freundlich bedient. Die Dame weiss vermutlich vom Check-in Problem. Auf Nachfrage bestätigt sie uns, dass unser Gepäck via Vancouver nach Whitehorse durchgecheckt wird. Wir freuen uns! Der Flug hat, wegen Corona bedingt mangelndem Verladepersonal, eine gute halbe Stunde Verspätung. Der Pilot beruhigt uns. Die Windverhältnisse unterwegs seien so gut, dass er den Rückstand problemlos wieder aufholen könne. Er hat recht. Kurz vor der Landung erfahren wir via Bordlautsprecher, dass alle Gepäckstücke beim Band abgeholt werden müssen. Weiterfliegende müssen neu einchecken. Da ist wohl die Condor Dame in Frankfurt mit ihrem Wissen nicht ganz aktuell. Die beiden Koffer kommen. Wir begeben uns Richtung Ausgang. Unsere Wege werden getrennt. Elisabeth darf rechts durch, ich muss links abbiegen. Zum Corona Test. Es ist uns bekannt, dass das passieren kann, aber warum immer ich. Ich mache das Personal darauf aufmerksam, dass wir einen Anschlussflug erreichen müssen und verschiebe die Abflugzeit gleichzeitig eine Stunde nach vorne. Dies hat zur Folge, dass ich bevorzugt behandelt werde. Die Wartezeit bei der Datenerfassung und beim Test hält sich damit in verträglichen Grenzen. Wir bewegen uns zum Check-in für den Flug nach Whitehorse. Die Koffer werden am Band gewogen. Unser Voucher von Condor zeigt ein Gewicht von 32 Kg pro Gepäckstück. Bei Air North werden aber nur 20 Kg gratis befördert. Unsere beiden Taschen sind einiges darüber. Macht 84 Can Dollar. Diese Quittung bewahre ich sorgfältig auf. Condor wird mir den Betrag ersetzen. Das Gepäck wir auf dem Band gewogen. Weitergeleitet wird es nicht. Die nette Dame erklärt uns, dass ihr System so grosse Stücke nicht verarbeiten kann. Also rolle ich die beiden Taschen ein paar Schritte weiter zum manuellen Transport. Meine Frage an die beiden guten Stücke, „sehen wir uns wohl je wieder?“ ist unter diesen Umständen wohl berechtigt. Wir bewältigen den Sicherheitscheck ohne Probleme. Auf der Bordkarte steht das Gate B45. Also los. Dort erfahren wir, dass unser Flug beim Gate B25 abgefertigt wird. Wir haben noch eine gute Stunde Zeit. Ja richtig gelesen, wir sind zu früh. Ich will noch was trinken. Elisabeth ist so müde und fertig, sie will nicht mitkommen. Nur noch sitzen und warten. Also gehe ich alleine los. Wir haben zu spät gemerkt, dass im Innlandbereich des Flughafens kein Dutyfree mehr zu finden ist. Unser Absacker heute Abend ist in grosser Gefahr. Das Hotel hätte eine Bar, aber ich traue der Sache nicht. Es gibt eine kleine Wein Bar. Dort bestelle ich mir ein Glas Weisswein und frage den Kellner ob er mir eine Flasche Rotwein verkaufen würde. Ja, ist seine Antwort. Ich muss sie einfach öffnen, du musst einen Schluck probieren. Dann machen wir den Korken wider drauf und du kannst sie mitnehmen. Anders geht es nicht, wir dürfen nicht über die Gasse verkaufen. Eine Flasche Barolo für 88 Dollar wechselt den Besitzer. Das Boarding beginnt PÜNKTLICH. Nach langer Zeit, kann ich dieses Wort wider verwenden. Da wir Premium Class gebucht haben, dürfen wir uns mit den Business Leuten auf den Weg zum Flugzeug begeben. Nach ein paar Metern geht es nicht mehr weiter. Wir stehen, mit unseren müden Beinen, 20 Minuten im Gang. Wir dürfen weitermarschieren und kommen in den Finger der Docking Anlage. Der Zutritt zum Flugzeug wird uns verwehrt. Nach weiteren gut 10 Minuten dürfen wir endlich an Bord. Das Gerücht geht um, dass beim Boarding eines Passagiers auf Rädern, Probleme aufgetaucht sind. Könnte man wohl auch kundenfreundlicher lösen. An Bord gibt es ein Plättli mit Früchten, Wurst, Schinken und Käse. Gute Idee. Das süsse Gebäck verschlafe ich. Leider! Gespannt warten wir beim Gepäckband auf unsere Koffer. Da wir nie bei den Ersten sind dauert es. Aber o Wunder, sie sind da. Auf dem Voucher vom Hotel Sternwheeler, gebucht von Nordland Tours, steht, das Hotel verfügt über einen Gratis Shuttle der immer zur Verfügung steht. Ja Denkste. Kein Shuttle weit und breit. Ein Anruf im Hotel klärt auf, „da wir aktuell am Umbauen sind, gibt es keinen Transport.“ Ja dann prost! Eine Alternative wird nicht angeboten. Wir rufen einem vorbeifahrenden Taxi. Es bringt uns für 25 Dollar zum Hotel. Das 4 Sterne Haus ist wirklich im Umbau. Die mässig freundliche Dame an der Rezeption checkt uns ein. Bezahlt haben wir schon. Eine Bar gibt es aktuell keine. Die umliegenden Bars und Restaurants sind wie erwarten schon zu. Zum Glück habe ich uns die Flasche Barolo besorgt. Wir geniessen ihn in den Mitgebrachten Gläsern. Bald legen wir uns schlafen. Nach 26 Stunden Reisezeit sind wir, trotz der Zeitverschiebung, müde. 

Unser Heim für die nächsten 6 Wochen

24.05.2022

Um 3 Uhr morgens bin ich hellwach. Anstatt mich im Bett hin und her zu wälzen, stehe ich auf und Dusche. Die vorangehenden Zeilen des Berichts sind danach entstanden. Ein Tim Hortons in Gehdistanz soll für unser Frühstück sorgen. Mal schauen. Guter Kaffee und einige süsse Gebäcke helfen uns in den Tag. Wir werden von Fraserway abgeholt und übernehmen den Camper. Alles problemlos. Jetzt beginnt ein Marathon. Den ganzen Tag machen wir nur Shopping. Einziger, dafür sehr leckerer, Unterbruch bringt das Restaurant „Klondike Ribs and Salmon“. (Kurzform: «by Kate») Dieses Gasthaus findet man als erstes der 10 besten in Whitehorse. Elisabeth bestellt eine Slide Salmon. Ich begnüge mich mit Rips. Beides wird mit leckeren Pommes serviert. Es schmeckt wirklich wunderbar.

Gegen Ende des Tages laufen wir halbtot durch die Gestelle und finden kaum mehr was. Jetlag eben. Gegen Abend landen wir im Hi Country Campground. Am full hock up Stellplatz schliesse ich Wasser, Strom und Abwasser an. Klappt gut, alles funktioniert. Der erste GT in Kanada ist jetzt Pflicht. Nachtessen ist dünn, Käse und Brot. Reicht voll nach dem opulenten Mal am Mittag. Todmüde besteigen wir unser Nachtlager. Meine Jetlag Nacht habe ich ja schon hinter mir. 

25.05.2022

Die von Elisabeth kommt in dieser Nacht. Anstatt zu duschen räumt sie den Camper um. Auch eine Idee, denn nur gut aufgeräumt findet man die Dinge in den diversen Fächern wider. Gegen 9 Uhr sind alle Anschlüsse abgehängt. Wir besuchen noch das Visitor Center in Whitehorse. Dort arbeiten 3 Damen die uns bei der Vorbereitung der Reise viel geholfen haben. Für alle haben wir Schweizer Schokolade dabei, treffen aber nur Marie. Sie freut sich riesig und verspricht die Süssigkeit den beiden anderen zu geben. Nun geht’s endgültig los. Zuerst auf dem Klondike Hwy Richtung Carmacks. Eine Versorgungstation irgendwo im Nirgendwo. Der Shop ist erstaunlich gut assortiert. Es gibt alles was wir noch brauchen und Gestern im riesigen Shopping-Center nicht mehr gefunden haben. Nach dem Füllen des Dieseltanks biegen wir nach ein paar Kilometern rechts ab auf den Robert Campell Hwy zum little Salmon Lake Campground. (CG) Unterwegs sehen wir einige Seen die noch mit Eis bedeckt sind. So auch unser See. Wir finden einen sehr schönen Stellplatz direkt am Ufer. Kein Wunder, wir sind die einzigen Gäste. Die Sonne scheint, der GT schmeckt wunderbar. Während Elisabeth das Nachtessen vorbereitet, es gibt T-bon Steak mit Krautsalat, mache ich mich daran das Holz für das Lagerfeuer zu spalten. Die staatlichen CG’s kosten 20 Dollar, das Holz ist inbegriffen, nur eben nicht gespaltet. 

Little Salmon Lake

26.05.2022

Wir fahren Richtung Watson Lake. Die South Canol Road ist unser Ziel. Die ist leider noch gesperrt. Zuviel Schnee! Also weiter unserem Ziel entgegen. Wir erreichen den Downtown RV Park in Watson Lake und checken ein. Es ist ein privater CG. Nicht eben schön, aber zweckmässig. Wir mögen nicht selber kochen In Gehdistanz gibt es das Nugget Restaurant. Wir gönnen uns zuerst einen Apero und stellen fest, dass es sich um ein China Restaurant handelt. Das Gasthaus zu wechseln ist uns zu mühsam, also bestellen wir Fisch und Chips. Schmecken tut es beiden nicht so richtig. Nach einem Absacker geht’s zurück und ins Bett. 

27.05.2022

Wir schlafen so lala und machen uns zu Fuss auf ins Dorf. Den Schilderwald kennen wir schon. 1942 stellten die ersten, heimwehkranken Soldaten, Schilder auf. Mittlerweile sind es über 80’000 Straßen-, Orts- und andere Schilder von Touristen aus der ganzen Welt. 


Im Northern Lights Centre gibt es Geschichte und einen schönen Film über die Nordlichter. Das Visitor Center bietet viel Informationen und ein Bistro wo wir Mittagessen. Ein paar Geschäfte gibt es auch. Unter denen einen Likör Store. Wir beschliessen den Tag hier zu verbringen und erst Morgen die Reise fortzusetzen. Wir müssen uns daran gewöhnen, dass wir 6 Wochen Zeit haben und zwischendurch mal einen «Ruhetag» einschalten. 

28.05.2022

Wir stoppen an der Rezeption des CG. Es muss ja noch bezahlt werden. Das Office ist leer. Ein Zettel fordert auf eine Nummer zu wählen, was ich natürlich tue, obschon der Platzwart ja Geld von mir will. Ich erfahre durch eine digitale Ansage, dass der Teilnehmer momentan nicht erreichbar sei. Das war’s dann. Hat der Kerl wirklich erwartet, dass wir da auf ihn warten bis er Zeit hat unseren Obolus entgegen zu nehmen. Falsch erwartet. Da wir die verlangten 42.00 Dollar sowieso überrissen finden, fahren wir auf dem Alaska Hwy bis zum Teslin Lake CG. Tomatensalat mit Feta zum Mittagessen. Jetzt ist chillen angesagt. Nachtessen Bratwurst mit Rösti. Wir haben das Gefühl, dass eine Dusche nicht schaden könnte. Ein gemütlicher Abend im Sonnenschein beginnt.

Teslin Lake CG

29.05.2022

Um sechs Ihr ist Tagwache. Wir fahren auf dem Alaska Hwy Richtung Whitehorse. In der Umgebung tanken wir auf und steuern den Karibu RV Park an. Dort können wir für 10 Dollar dumpen und Frischwasser tanken. Wir kennen den Platz von früher. Da gehörte er noch Peter der den Platz trotz Rollstuhl in Schuss gehalten hat. Der neue Besitzer ist ein Deutscher. Er hat den Park 2019 gekauft. Corona hat es ihm ermöglicht, den Platz aufzurüsten und umzubauen. Gem. seiner Aussage gehört er nun zu den besten privaten RV Parks Kanadas. Kurz nach der Stadt biegen wir ab auf den Klondike Hwy. Wir erreichen den Twin Lake CG. Bei schönstem Wetter geniessen wir den Nachmittag. Zum Nachtessen gibt es ein wunderbar scharfes Chili. 

Twin Lake CG

30.05.2022

Das Wetter ist sehr schön. Sonnig und warm. In der Nacht kühlt es noch empfindlich ab. So gegen null Grad. Wir entschliessen uns hier einen Ruhetag einzuschalten. Da es draussen noch kalt ist, mache ich auf Wunsch meiner lieben Gattin ein Feuer an. Wir setzen uns in die Nähe der Feuerstelle und trinken noch einen Kaffee. Gegen 1130 Uhr ist es Zeit den Faserpelz auszuziehen und das Feuer ausgehen zu lassen. Es ist warm genug. Wir geniessen den Tag am See. Spazieren dem Uferweg entlang und faulenzen. Nachtessen, Rips und Salat. Wir haben Deutsche Nachbarn. Egon und Regula. Die haben wir bei der Camper Übernahme kennen gelernt. Sie kommen noch auf ein Glas Wein. Der Gesprächsstoff geht uns nicht aus. Es wir parliert und gefachsimpelt bis um 2300 Uhr.

31.05.2022

Abfahrt ist heute um acht Uhr. Wir verabschieden uns von Regula und Egon und bewegen unser Fahrzeug Richtung Dawson. Der Moos Creek CG ist unser Ziel. Unterwegs gibt es viele Road Works. Da wird man, mittels eines Führungsfahrzeugs (follow me Car), durch die, zum Teil kilometerlangen, Baustellen gelotst. Selbstverständlich im Einbahnverkehr. Dies kann zu langen Wartezeiten führen, je nachdem wann man am Beginn ankommt. Ist echt mühsam, aber wir haben ja Zeit. 


Der angesteuerte CG hat leider keine gute Aura. (Aussage Elisabeth). Also fahren wir weiter bis zur Kreuzung Dempster Hwy. Dort entscheiden wir uns die Restlichen 70 Km bist zum Tombston CG auch noch unter die Räder zu nehmen. Der GT nach der Ankunft schmeckt nach diesen gut 500 Km doppelt so gut. Wir kennen diesen CG er ist sehr schön gelegen. Schneebedeckte Berge ringsum. Es hat sogar noch Schnee im Camp. Der Abend ist kurz. Wir essen ein T-Bon Steak mit Kartoffelstock. Dann geht’s früh mal in die Heja. 

Tombston CG

01.06.2022

Gegen sieben Uhr ist Tagwacht. Da wir noch keine Infos über den Dempster Hwy haben, besuchen wir das nahe gelegene Infozentrum für den Dempster Hwy. Dort erhalten wir die Auskunft, dass die Ferrys noch nicht fahren. Zuviel Eisschollen und Wasser in den Flüssen. Vermutlich beginnt der Dienst am nächsten Wochenende. Sicher ist es aber nicht. Die Natur gibt hier den Takt an.

Informations Center


Also fahren wir nach Dawson. Wir beschliessen, 3 Tage jetzt hier zu verbringen, anstatt nach der Fahrt auf dem Dempster nach Tuktoyaktuk. Die Wetterprognose, schön und warm, hilft uns, diesen Entscheid zu fällen. 


Also fahren wir nach Dawson. Wir beschliessen, 3 Tage jetzt hier zu verbringen, anstatt nach der Fahrt auf dem Dempster nach Tuktoyaktuk. Die Wetterprognose, schön und warm, hilft uns, diesen Entscheid zu fällen. Das Visitor Center in Dawson hat auch keine genaueren Infos. Sie können uns jedoch dahingehend beruhigen, dass der Zoll nach Alaska am Top of the World jetzt offen ist. Damit liegt unserem Plan nach Alaska zu wechseln nichts mehr im Weg. 


Auf dem Parkplatz des Visitor Centers spricht uns ein kleines dürres Weibchen an. Alter unbekannt. Schön wieder mal Schweizer Deutsch zu hören. Sie kommt ins erzählen. Sie hätten jetzt die Kiesgruben entdeckt um mit dem Truck Camper zu übernachten. Die kosten nichts und sind ideal. Nach der Verabschiedung müssen wir lachen. Auf was für Ideen kommen die Leute um in den Ferien Geld zu sparen. Wir essen im Restaurant zu Mittag. Es schmeckt gut. Ich bin am Verhungern. Wir entlocken einem Bankomaten noch ein paar Dollar. Kaufen noch ein paar Kleinigkeiten ein und schauen uns im Likör Store um. Danach überqueren wir mit der Fähre den Yukon. Sie dient hier als Brückenersatz, fährt im Sommer, wenn kein Eis mehr im Fluss treibt 7 x 24 Stunden und ist gratis. Gleich am anderen Ufer liegt unser CG, den wir auch schon kennen. Wir belegen den Platz Nr. 22. Chillen ist angesagt. Heute bleibt die Küche kalt. Elisabeth hat am Morgen ein Brot gebacken. Dazu gibt es Tomaten und Käse. Ein Lagerfeuer gibt es aber trotzdem. 


Fähre in Dawson
Yukon CG bei Dawson

02.06.2022

Seit gestern haben wir einen black Wasser Tank Geruch im Aufbau unseres Truck Campers. Auf Deutsch, es riecht nach Scheisse. Beim Dumpen gestern kam aus diesem Tank nichts raus. Ich habe dann eine grosse Pfanne Wasser gekocht und ins WC geleert. Noch eine Toiletten Tablette hinterher in der Hoffnung, dass sich die Verstopfung löst. Ob es gewirkt hat? Später mehr. Wir fahren heute zum Claim 6. Es ist eine Stichstrasse die vom Hwy abzweigt. Nach 15 Km sind wir da. Daselbst gibt es nicht viel zu sehen. Unterwegs aber gibt es einige Claims an denen, mit modernsten Maschinen, nach Gold geschürft wird. Dieses Claims kann man aus verständlichen Gründen nicht besuchen. Ein alter Dredge (Bagger), Nr 4, nicht in Betrieb, steht auch rum. Ein gigantisches Ding ist das. Auf Infotafeln wird die Arbeitsweise dieser Maschine beschreiben. Ich will da nicht alles niederschreiben und verweise auf die HP Dredge Nr. 4, Bonanza Creek Road: ​https://www.pc.gc.ca/en/lhn-nhs/yt/klondike/culture/lhn-nhs-drague4-dredge4​​​

Dredge Nr. 4
Historie Bonanza Creak Road
Historie Bonanza Creak Road

Historie Bonanza Creak Road

Historie Bonanza Creak Road


Weiter fahren wir noch die Dome Strasse hoch, zu einem Aussichtspunkt mit sehr schöner Rundumsicht auf Dawson und Umgebung. 

Dawson City


Zurück im Dorf besuchen wir das Nortwest Theritory Visitor Center. Es ist schon recht heruntergekommen. Der TV der einen Film über den Dempster Hwy zeigen soll ist defekt. Die Fähren fahren immer noch nicht. Einen verbindlichen Termin für den Start des Fährbetriebs kann uns die Dame auch nicht nennen. In der Grocery Store kaufen wir noch das fehlende HH Papier. Gestern haben wir uns eine Packung kleiner Cinamon Schnecken gekauft. Die schmecken lecker. Eine zweite Schachtel kommt mit. Nun geht’s zum Dumpen. Hoffentlich entleert sich der Scheissetank Heute. Er tut es. Das Zeugs flutscht nur so durch die Röhre. Also sollte das Problem mit dem Gestank gelöst sein. Wenn das nicht funktioniert hätte, wäre ein Anruf zu Fraserway fällig geworden. Alles gut. 

Waschen und ...
Dumpen


Wieder überqueren wir den Yukon mit der Fähre um zu unserem, für den heutigen Tag reservierten, Platz zu kommen. Vor uns fährt ein anderer Truck Camper und steuern unseren Platz an. Unsere Reservation ist auf einem Zettel beim Platz befestigt. Elisabeth beobachtet, wie aus dem TC vor uns eine Frau aussteigt und den Zettel behändigt. Ich fahre dem vorderen Fahrzeug auf und Hupe ein paar Mal. Da der Fahrer ja rückwärts einparken will und somit nicht kann, bemüht er sich auszusteigen. Ich bin wütend und schnauze ihn an, was das mit dem Zettel soll. Vermutlich weiss er genau was er da eben versucht hat und gibt mir den Zettel mit einer kurzen Entschuldigung zurück. Meinem Mund entweicht das Wort Arschloch, was er zum Glück nicht versteht. Es passiert immer wieder, dass so reservierte und bezahlte Plätze belegt werden. Ein Beweis meinerseits wäre schwierig geworden. Ich merke mir das, in Zukunft werden ich diese Zettel mit dem Handy fotografieren. Ein leckerer GT besänftigt meine Wut über so viel Frechheit sofort. Wir gehen zu Fuss zur Fähre und ins Restaurant Aurora Nachtessen. Schmeckt lecker. Dann geht’s ab zur Diamond Tooth Gerties Gambling Hall Die Leute stehen Schlange. Der Eintritt, 20.00 Dollar pP. Es geht eher schleppend. Wir bestellen uns einen Drink. Elisabeth einen Thombston Tee, ich ein Bier. Es ist nicht mehr wie vor 9 Jahren. Keine mechanischen Spielmaschinen mehr. Alles digital. Keine Quarters und Loonis mehr zum reinstecken. Nur noch Noten in einen Schlitz. Kein Geschepper mehr, wenn die Münzen als Gewinn in die Schale fallen. Schade eigentlich. Elisabeth versucht ihr Glück mit zwei 5er Noten. Der Gewinn beträgt 10.00 Dollar. Die Show mit den Can Can Girls ist noch gleich. Eine Sängerin gibt ein paar Liedchen zum Besten. Wir verlassen enttäuscht das Etablissemang. Der Rückweg zu Fuss und mit der Fähre dauert etwa 30 Minuten. Wir sind wieder Zuhause. Morgen geht es auf den Dempster Hwy. Mal schauen wie weit wir kommen und ob die Fähren ihren Betrieb aufnehmen.

Diamond Tooth Gerties Cambling Hall

03.06.2022

In Dawson hält uns nichts mehr, also beschliessen wir auf den Tomston CG zu fahren. Da sind nur 110 Km. Dafür mach wir uns auf diesem schönen Platz einen gemütlichen Nachmittag.

Tombston CG

04.06.2022

Nach einem Kurzfrühstück, Joghurt und Kaffee, fahren wir Richtung Eagle Plains.  Unterwegs werden die diversen Sehenswürdigkeiten abgestoppt. Bei einem Pullout am Two Moose Lake gibt’s Frühstück. Speck mit Rührei. Wir schauen uns den Engineer CG an. Ist schön gelegen mit einigen sonnigen Plätzen. Vielleicht auf dem Rückweg. Mal schauen. Einige Stopps später erreichen wir Eagle Plains. Ein Kleiner Versorgungsort mit Hotel, Tankstelle und einem hässlichen CG. Wir besuchen die Rezeption um nach den Fähren zu fragen. Die Auskunft ist enttäuschend. Not bevor seven days. So lange wollen und können wir nicht warten. Vor allem ich bin enttäuscht. Es war mein Ziel, Tuk an der Beaufortsee, auf dem Landweg zu erreichen. So ist es nun Mal. Wir fahren noch 70 Km weiter zum Rock River CG. Unterwegs kommen wir am Arctic Circle vorbei. Der Wind und die Temperatur, 4 Grad, lassen nur einen kurzen Fotostopp zu.


Der CG gehört nicht zu den schönsten ist aber ganz passabel. Der Wind weht auch hier und die Temperatur ist auch die Gleiche. Heute gilt, für uns Weicheier, Inhaus ist’s gemütlicher. Nachtessen, Eintopf mit Gurkengemüse, Kartoffeln und Hackfleisch. Wir lassen den Abend ausklingen. Eine leise Enttäuschung ist geblieben.

05.06.2022

Es gibt wieder ein kurzes Frühstück. Gegen acht Uhr sind wir bereit zur Abfahrt. Wir wollen noch zur Grenze zwischen dem Yukon und den NWT hochfahren. Es sind knapp 20 Km. Wir fahren los bei minus 1 Grad und kommen oben an bei minus 5 Grad. Die Fahrt führt durch eine Nebelwand und es stürmt richtig. Einige, eher schlechte, Fotos durch den Nebel, die Filmaufnahmen werden nicht besser sein, ist alles was uns dieser Ausflug gebracht hat.

Grenze Yukon NWT

Die Fahrt geht nun gezwungenermaßen zurück nach Eagle Plains. Dort tanken wir. Ich frage den Tankwart nochmals betreffend den Fähren. Ich erhalte die gleiche Information. Er gibt mir aber zusätzlich eine Erklärung. Die erste Fähre wird durch ein Seil von einem Ufer zum anderen geführt. Dieses Seil liegt im Wasser. Wenn der Wasserstand zu hoch ist, reicht das Seil zwischen dem Schiff und dem Führungsseil nicht. Der Abstand ist zu gross. Das Hochwasser ist nur für diese Fähre ein Problem, die Anderen könnten den Betrieb aufnehmen. Das wäre nun geklärt und wir gehen ins Restaurant Frühstücken. Der TC wird Richtung Engineer CG bewegt. Den kennen wir ja schon, durch die kurze Durchfahrt gestern. Wir suchen uns den, unserer Meinung nach, schönsten Platz aus. Das Wetter ist immer noch bewölkt. Immerhin bei 6 Grad. Der ankommens GT ist fällig, wie immer. Camper Scheiben reinigen und Holz hacken ist rasch erledigt. Jetzt kommt der Reisebericht an die Reihe. Das Wetter wird immer schöner. Die Sonne zeigt sich und die Temperatur steigt. Nachtessen, T-Bon Steak und Blumenkohl. 

06.06.2022

Der Weg führt uns zurück nach Dawson. Im Information Center, beim Tombston CG, geben wir noch die Broschüre zurück, die wir beim ersten Besuch erhalten haben. Das Büchlein beschreibt den Dempster Hwy mit seinen Sehenswürdigkeiten und Km Angaben. Sehr praktisch. Das Center selbst gibt einen guten Einblick über das Gebiet, ist sehr schön gemacht und gepflegt. In Dawson angekommen geht’s sofort mit der Fähre rüber zum Yukon CG. Wir wollen uns schliesslich einen schönen Platz sichern. Es ist viel mehr los hier als beim unserem ersten Besuch der Stadt. Wir finden den Platz Nr, 32. Sonnig und direkt am Yukon. Zurück in Dawson ist Dumpen angesagt. Elisabeth will unbedingt den Camper waschen. Dabei hat er doch so eine schöne braune Kruste gekriegt. Aber was tut man nicht alles. Kurz ausserhalb gibt es eine Waschanlage, sprich einen Hochdruck Wasserschlauch mit kaltem Wasser. Er wird aber sauber. Zurück auf dem CG machen wir uns einen gemütlichen Nachmittag. Nachtessen, Poulet Schenkel mit Kartoffeln. 

Fähre in Dawson

07.06.2022

In Dawson gibt es noch einiges zum Erledigen. Also ab auf die Fähre. Es hat viel Verkehr, wir müssen eine Fahrt abwarten. Es ist trotzdem erstaunlich wie viele Fahrzeuge die auf dieses Schiff bringen. Wir dumpen nochmals, damit wir morgen sauber nach Alaska kommen. Wäsche waschen ist auch im Programm. Wir besuchen das Visitor Center mit free WLAN und rufen unsere Kleinen an. Sie freuen sich und wir uns auch. Dann noch ein paar Sachen einkaufen. Auf Frischprodukte müssen wir verzichten. Darf nicht nach Alaska eingeführt werden. Übrigen auch Feuerholz ist nicht erlaubt. Ob Holzkohle für die auch Feuerholz ist werden wir Morgen erfahren. Auch die Rückfahrt mit der Fähre beschert uns eine halbe Stunde Wartezeit. Zurück auf dem CG, es regnet seit heute Morgen dauernd, gibt es einen Inhaus Nachmittag. Chillen, lesen usw. Gegen Abend klart das Wetter auf, der Regen lässt nach. Nachtessen T-Bon Steak mit Resten aus Frischprodukten. 

TC innen

08.06.2022

Wir starten bei schönem Wetter auf den Top of the World. Das erste Drittel bleibt das Wetter gut. Dann, Richtung Grenze zu Alaska, fahren wir in eine Nebelwand. Die Sicht beträgt noch knapp 20 Meter. Langsam und vorsichtig tasten wir uns voran. Nach etwa einer viertel Stunde lichtet sich der Nebel. Beim Alaska Border scheint die Sonne. Es ist aber noch arschkalt. Wir werden vom einen Zollbeamten sehr freundlich begrüsst. Ich spreche ihn auf die Kälte an. Er, was denkst du, für uns ist das warm. Ja dann, wenn er das so fühlen will, soll er. Im Zollhaus dürfen wir, bei einem ebenso freundlichen Beamten, noch ein Formular ausfüllen. Wir kriegen, auf Nachfrage, noch einen schönen Stempel in den Pass. Das war’s. Keiner fragt nach Gemüse, Fleisch oder Früchten. Ich rate jedoch niemandem, sich auf unser positives Erlebnis zu verlassen. Wir haben auch schon anderes gehört. Die beiden dachten sicher, diese alten Leutchen versuchen sicher nicht uns zu bescheissen. Da lohnt sich eine Kontrolle nicht. Recht haben sie! Ausser ein wenig zu viel Alkohol hatten wir nichts dabei. Ich weiss nun immer noch nicht ob Holzkohle als Firewood gilt oder nicht. Wir fahren weiter auf dem Taylor Hwy. Die Strasse ist in einem sehr schlechten Zustand. Es wird immer wieder geflickt, aber wie. Einfach in bisschen Teer auf die Löcher und das war’s. Im besten Fall wird auf einigen Metern der ganze Belag erneuert und ein wenig gewalzt. Jetzt ist es halt ein Hügel anstatt ein Loch. Unseren, zur Perfektion neigenden, Strassenbauern wäre das ein Greuel. Sie kosten aber um einiges mehr. Wieder mal landen wir in Chicken. Ein kleines Dorf für Touristen. Ein Stopp ist hier ein Muss. Nur schon wegen dem weltbesten Blaubeer Kuchen. Wir genissen einen Kaffee dazu und schauen uns um. Es hat sich nicht gross verändert.  


Wir passieren die Kreuzung zum Alaska Hwy Nr. 1 und erreichen Tok. Das Dorf wirkt ein bisschen grösser als vor 9 Jahren, ist aber immer noch eine Ansammlung von Lodges, Hotels, Tankstellen und Läden entlang dem Hwy. Keine Struktur dahinter. Wir essen im Eddys Restaurant zu Mittag. Für mich einen Burger, Elisabeth bestellt Scrimps mit Pommes. Beides schmeckt ausgezeichnet. Dieses Gasthaus können wir empfehlen. Unser Weg führt uns nun auf dem Alaska Hwy zum Moon Lake GC. Schöner Platz am See. Das Wetter ist noch gut. Eine Stunde nach Ankunft, beginnt es zu regnen. Ich beschäftige mich mit dem Reisebericht. Elisabeth liest ein Buch. Nachtessen, nichts wir haben bei Eddys zu Mittag gegessen.


Unser Weg führt uns nun auf dem Alaska Hwy zum Moon Lake GC. Schöner Platz am See. Das Wetter ist noch gut. Eine Stunde nach Ankunft, beginnt es zu regnen. Ich beschäftige mich mit dem Reisebericht. Elisabeth liest ein Buch. Nachtessen, nichts wir haben bei Eddy's zu Mittag gegessen.

Moon Lake CG

09.06.2022

Gegen acht Uhr zurück nach Tok. Wir haben noch was zu erledigen. Einkaufen, tanken und ein Besuch im Visitor Center. Dort kaufen wir für 1.25 Dollar eine sehr schlaue Karte. Darauf sind alle staatlichen CG's aufgeführt. Wir versuchen per Telefon einen Platz im Savage River CG im Denali Park zu reservieren. Die nette Dame im Center will nicht für uns anrufen, gibt uns aber die Nummer. Die Verbindung klappt nicht. Wir beschliessen es vor Ort zu versuchen. Wir fragen die Dame auch nach der Wettervorhersage für die nächsten Tage. Sie zückt sofort ihr Handy und gibt uns Auskunft. Der Nachsatz überrascht uns eigentlich nicht: „Fragen sie mich in 10 Minuten nochmal, dann ist es wieder anders“. So ist das eben in Alaska, wir kenne es. Das aktuelle Wetter ist übrigens sonnig und einigermassen warm. Unser Weg führt uns auf dem Glenn Hwy Richtung Glennallen. Kurz vor dem Ort biegen wir rechts ab auf den Hwy Nr. 4, genannt Richartson Hwy Richtung Paxson. Auf dem Paxson Lake CG suchen wir uns einen Platz. Eigentlich wollten wir hier dumpen vor dem Denali Hwy. Der Host erklärt uns, dass die Anlage noch nicht funktioniert, weil noch gefroren. Jetzt haben wir ein Problem, so können wir nicht in den Denali Hwy einfahren. Das reicht nie. Schauen wir mal. Ein Spaziergang führt uns zu einem weiteren Cache. Der 14. seit wir unterwegs sind. Kurz nachdem wir zurück sind, fängt es an zu regnen und hört bis 20:15 Uhr nicht mehr auf. Übrigens haben wir heute Total 4 Baustellen mit follow me cars durchfahren. Zum Teil Meilenlang. Entsprechend die jeweilige Wartezeit vor der Baustelle. Nachtessen, Spaghetti Bolo. 

Alaska Pipeline, Richardson Hwy

10.06.2022

Der Beschluss ist gefasst. Wir fahren die 149 Km nach Delta Junction. Dort gibt es mehrere Möglichkeiten zum Dumpen. Wir duschen noch, damit wir möglichst alles Wasser gebraucht haben. Die Strasse zur Junction ist gut und ohne Baustellen. Unterwegs werden noch ein paar Caches geloggt.

Solche Caches findet man häufig


Im Visitor Center fragen wir natürlich nach dem Wetter. Heute ist Freitag. Am Samstag soll es regnen. Am Sonntag scheint die Sonne. Diese Infos erhalten wir ohne Nachsatz. Trauen können wir Ihnen trotzdem nicht. Unser Camper ist sauber. Getankt haben wir auch. Der Diesel ist hier bedeutend billiger als bei uns in der Schweiz oder in Kanada. Wir fahren die 2 staatlichen und den kommerziellen CG an. Keiner gefällt uns. Im Dorfladen kaufen wir noch Blaubeeren, 2 Bananen und Cola. Wir wollen 129 Km zurück fahren bis zur Kreuzung zum Denali Hwy in Paxon. Dann 20 Km den Denali Hwy entlang bis zum CG Tangle Lakes. Beschlossen getan. Prompt fahre ich an der Kreuzung vorbei, weil von dieser Seite kein Wegweiser darauf hinweist. Nach ca 2 Meilen können wir wenden. Von dieser Seite ist der Abzweiger perfekt ausgeschildert. Das ist generell ein Manko in Alaska. Mit der Beschilderung von Abzweigungen, Aussichtspunkten usw. haben sie es nicht so. Das war schon vor 9 Jahren nicht besser. Wir erreichen den Abzweiger zum CG. Eine Barriere versperrt uns den Weg. Auf dem Schild steht, wegen zu viel Schnee auf der Strasse ist der CG nicht erreichbar, deshalb geschlossen. Ich ärgere mich. Warum kann man nicht an der Kreuzung darauf hinweisen. (DsA) Das ist Alaska. Wir fahren weiter und hoffen auf einen Aussichtspunkt wo wir unseren Camper für die Nacht abstellen können. Eine day use aerea kommt in Sicht. Mal reinfahren und schauen. Überall der Hinweis, kein overnight parking erlaubt. So brav wie wir meistens sind, verlassen wir den schön gelegenen Platz und fahren weiter. Kurze Zeit später treffen wir auf eine Lodge die geschlossen ausschaut. Ein Mann auf einem Quad kommt aus dem Gelände gefahren. Ich spreche ihn an und frage, ob wir nicht auf dem day use Gelände übernachten dürfen, da der CG ja geschlossen sei. Seine Antwort, klar macht das nur, wenn jemand kommt und reklamiert, sagt ihr einfach, ich habe euch die Erlaubnis gegeben. Wir finden eine schöne Ecke und stellen unser Fahrzeug hin. Die Sonne scheint, der GT schmeckt. Leider können wir nicht Grillieren, es gibt keine Feuerstelle auf dem von uns gewählten Platz. Der Rest vom Chilli wird verdrückt. Die Sonne verschwindet, der Himmel ist bedeckt. Wir verziehen uns Inhaus. Mal schauen wie das Wetter wird. 

No overnight Camping

11.06.2022

Wir warten ab was das Wetter macht. In der Nacht hat es kurz geregnet. Es wird immer besser. Gegen 09:30 Uhr fahren wir los. Schön langsam. Wir geniessen das wunderbare Panorama. Machen immer wieder Fotostopps.


Nach etwa 20 Meilen kommen wir an der Maclaren River Lodge vorbei. Anhalten, Kaffee trinken und einen Beerenkuchen essen ist Pflicht. Ich kaufe mir endlich einen zweiten, warmen Pullover. Er ist bedruckt, aber was soll’s. Er gibt warm. Wieder unterwegs, es hat praktisch keine anderen Fahrzeuge. Der Denali Hwy ist, wie der Dempster, nicht mehr so wie früher. Die ganze Strasse wurde neu gemacht. Das Fahrfeeling ist ein ganz anderes. Schade eigentlich. Nach etwa 60 Meilen hat es entlang dem Hwy einige Caches die wir loggen können. 40 Meilen vor Cantwell steuern wir den GC Brushkana an. Wir finden einen grossen, schönen Platz. Das Wetter ist, wie den ganzen Tag, bewölkt mit Sonnenschein. Kein Regen. Wir sitzen noch draussen und Chillen. Nachtessen, Bratwurst mit Rösti. Fazit zum Denali Hwy. Er ist sehr einfach zu fahren, auch mit einem PW zu machen. Unterwegs gibt es einige Lodges in denen man übernachten und essen kann. Alles neu. Die Szenerie unterwegs ist phänomenal. Vor 9 Jahren war es noch ein Abenteuer den Denali zu fahren. Heute kann man einfach die Aussichten geniessen.

Brushkana CG

12.06.2022

Heute soll es, gemäss Wetterbericht, den ganzen Tag sonnig sein. Stimmt natürlich nicht. Es ist stark bewölkt. Wir trinken Kaffee und essen Joghurt. Später wollen wir an einem schönen Aussichtspunkt, immer noch auf dem Denali Hwy, richtig Frühstücken. Es ist verhangen, neblig und kalt. Wir finden einen schönen Platz, mit Aussicht ist aber nix. Frühstück, Spiegelei mit Speck. Auf der Weiterfahrt loggen wir ein paar Caches. Wir treffen im Reservation Center der Denali Parks ein. Es ist kein einziger Platz mehr zu haben. Alles ausgebucht. Auch für Morgen ist nichts mehr frei. Sch… Wir wissen, dass man eigentlich von Zuhause aus reservieren sollte. Da wir aber keine Ahnung hatten, wann wir im Denali Park eintreffen, haben wir bewusst darauf verzichtet. Wäre auch schiefgegangen, weil wir, wegen der nicht fahrenden Fähren auf dem Dempster Hwy, 3 Tage zu früh da gewesen wären. Beim Hochfahren haben wir den Grizly Bär RV Park gesehen. Elisabeth hat irgendwo gelesen, dass der schön sein soll. Wir reservieren uns im Office den Platz Nr. 17, der ist aber bei Ankunft bereits belegt. Der ganze CG ist ziemlich heruntergekommen, finster und irgendwie unheimlich. Zudem liegt er gleich neben einer Strassenbaustelle. Dafür kann der CG natürlich nichts. Zurück im Office storniere ich die Reservation. Wir fahren weiter Richtung Cantwell. Linkerhand sehen wir das Schild einer Bäckerei. Brot gibt es nicht, aber wunderbare Zimt Schnecken. Wir kommen am Cantwell RV Park vorbei und melden uns im Office. Der Platz schaut sehr gepflegt aus, halt eben wie die privaten CG’s sind, einer neben dem anderen mit wenig Abstand. Aber es hat eine Dumpstation und eine Loundry. Der freundliche Besitzer weist uns, auf Verlangen, einen Platz ganz am Ende des Geländes zu. Wir duschen, dumpen, und waschen. Selbstverständlich erst nach dem Ankommens GT. Als Ausnahme und dank seiner Infrastruktur ist dieser Platz empfehlenswert. Das Wetter bessert sich im Laufe des Tages. Es wird teilweise sonnig und wärmer. Nachtessen. Kartoffelstock und Rips.

Cantwell CG

13.06.2022

Schönes Wetter, aber kalt. 2 Grad draussen und 5 Grad drinnen. Wir fahren zurück zum Visitor Center des Denali Parks. Das Center ist schön gemacht, interessant und informativ.

Denali Visitor Center
Denali Visitor Center
Denali Visitor Center


Wir lösen einen 7 Tages Pass, es gibt nichts Anderes, für 30 Dollar und dürfen dafür 17 Km den Denali Parkway fahren. Zuerst sind links und rechts nur Bäume. Mein Gedanke, für das haben wir nun 30 Dollar bezahlt. Es wird jedoch besser, die Aussicht wird aber durch starken Dunst getrübt. 

Denali Road
Denali Road


Am Ende der Strecke kehren wir um und machen uns auf den Weg nach Talkeetna. Unterwegs ist der Halt in der Bäckerei mit den wunderbaren Schnecken ein Muss. Die Fahrt nach Talkeetna ist extrem langweilig. Entlang dem Denali Hwy nichts als Bäume. Zwischendurch mal ein See oder Fluss. Kurz vor dem Abzweiger treffen wir auf ein Three Baer Einkaufszentrum. Es ist klein, trotzdem finden wir alles was wir brauchen. Der sehr gut bestückte Likör Store erhält auch noch unsere Aufmerksamkeit. Wir füllen die Vorräte auf. Im Dorf angekommen finden wir den Talkeetna RV Park und kriegen einen Patz so klein wie keiner zuvor und vermutlich auch danach, für 40 Dollar. Für eine Nacht aber absolut genügend.

Talkeetna CG


In 10 Minuten ist man zu Fuss im Dorf. Wir nehmen den Weg unter die Füsse. Das Kaff schaut nicht viel anders aus als vor 9 Jahren. Wir schlendern rum, besuchen den einen oder anderen Laden. Das sehr Touristische Angebot ist überall dasselbe. Ich suche seit Beginn der Reise einen richtigen Hut. Finden tu ich nur die läppischen Tächlikappen mit mehr oder eher weniger sinnvollen Drucken. In einem Gartenrestaurant geniessen wir einen Drink. Beim Herlaufen ist mir ein neues Bistro aufgefallen, dort essen wir einen Halibut mit Reis und Spargeln. Grundsätzlich schmeckt uns das Mal, der Koch sollte aber dringend einen Kurs im Fischzubereiten besuchen. Das Tier ist ziemlich gar. Zurück im Camp gibt es eng neben dem Fahrzeug einen Kaffee mit Zimtschnecke. Es ist immer noch warm. Wir sitzen ohne Jacke und kurzärmlig. Als Nachbarn haben wir ein junges Schweizer Pärchen. Die geben sich recht zugeknöpft. Wollen nicht mit uns auch nur ein paar Worte wechseln. Es gipfelt darin, dass der junge Mann gebückt zum Wasser geht, nur das wie ihn nicht sehen. Ja nu, wenn die alle Anfängerfehler selber machen wollen und auf ein paar gute Tipps verzichten. Sollen sie halt. Hier gibt es übrigens einen richtigen Lärm Mix. Strassenlärm, Fluglärm, Zuglärm und Schiesslärm. Haben wir Zuhause nicht. Ein Mail von Condor macht uns darauf aufmerksam, dass sich das Fluggerät geändert hat. Es gibt in diesem Flugzeug keine Premium Class. Wir müssen irgendwann die Sitzplätze neu reservieren. Wir ärgern uns. Das ist eine Schweinerei.

14.06.2022

Zurück ins Dorf. Habe Gestern die Kamera vergessen. Wenn es dann schon mal was zu filmen gibt, ausser Berge und Wald, muss es sein. Es ist sehr touristisch hier. Die Busse sind noch nicht angekommen, also ist noch alles zu. Frühstücken geht nicht. 

Talkeetna


Talkeetna


Talkeetna
Talkeetna


Unterwegs zur Kreuzung Denali Hwy und Glenn Hwy. Gibt es eine Bäckerei. Dort kriegen wir sogar ein Frühstück serviert. Die Fahrt führt, auf dem George Park Hwy Richtung Wasilla, Palmer. In Wasilla suchen wir eine CG. Da wir in der Nähe der beiden Grossstädte sind, finden wir nichts was uns passt. Also fahren wir weiter, durch die beiden Städte durch auf den Glenn Hwy Richtung Glennallen. Wie geben dem GPS, aus der CG-Übersichtskarte, die wir für 2 Dollar gekauft haben,  eine CG ein der Unterwegs sein soll. Auf Geheiss von Trudi, so heisst unser GPS, biegen wir links ab, auf eine Schotterstrasse. Nichts Ungewöhnliches für die Zufahrt zu einem CG. Kurz nach der Abzweigung, ein Schild mit dem Hinweis, keine Trailer und lange Camper erlaubt. Unser Truck ist kurz, also fahren wir weiter. Hätte uns eigentlich eine Warnung sein sollen. Der Weg führt steil und eng nach oben, dann noch steiler runter. 3 Haarnadelkurven erschweren das Ganze. Wenden nicht möglich. Unser Fahrzeug muss richtig arbeiten. Schlussendlich landen wir auf einem Platz mit dem Hinweis, no overnight parking. Sch… das alles für nichts. Für die Rückfahrt brauche ich den 4x4 plus das Low Getriebe. Wir schaffen es ohne stecken zu bleiben. Wieso ist dieser CG auf der Karte drauf? Wir suchen und finden das Druckdatum, 1996. Alles klar für 2 Dollar! Die Suche nach einem CG geht weiter. Wir finden den Matanuska Glacier CG. Der passt uns. Obschon vom Gletscher nichts zu sehen ist. Der CG liegt im Wald. Wir machen es uns gemütlich, erholen uns von unserem Abstecher und geniessen den GT. Nachtessen Steak mit Teigwarensalat. 

Glacier view CG

15.06.2022

Draussen trinken wir Kaffee. Plötzlich sehe ich ein Moose mit einem Jungen durchs Camp laufen. Ich rufe Elisabeth und wir genießen gemeinsam die seltene Begegnung. Wir fahren noch kurz zur Day use Area die zum CG gehört. Sehr schön gemacht mit bester Sicht zum Gletscher. 

Matanuska Glacier


Wir fahren weiter auf dem Glenn Hwy nach Glennallen. Dort kaufen wir noch etwas frisches Gemüse ein. Ja richtig gelesen, sonst nichts. Im Dorf biegen wir ab auf den Richardson Hwy Richtung Valdez. Unterwegs ein paar Fotostopps. Die Gegend ist sehr schön, somit die Fahrt abwechslungsreich. 25 Meilen vor Valdez kennen wir, von einer früheren Reise, den Blueberry Lake CG. Der ist sehr schön gelegen. Berge rings um, zum Teil noch Schneebedeckt. Ein Schreck, man kann die einzelnen Plätze des CG vorreservieren. Das gibt es sonst auf den Staatlichen CGs nicht. In Kanada und Alaska gilt die Regel, first in first serve. Durch intensives Suchen finden wir noch einen Platz der Heute frei ist. Es ist der Letzte. Den Ankommens GT geniessen wir trotzdem. Ein Fussmarsch über den CG zeigt uns, dass für die nächsten 2 Tage noch ein anderer Platz frei ist. Wir reservieren den, indem wir die Quittung des bezahlten Betrages von 50 USD für 2 Nächte auf die Reservierungstafel kleben. Mal schauen ob das klappt. Zeitweise scheint die Sonne, dann ist es recht warm. Es geht ein kalter Wind. Scheint die Sonne nicht, nimmt die Temperatur rasch ab. Wir geniessen den Nachmittag in der schönen Umgebung. Nachtessen, Rips mit gebratenen Spargeln.

Blueberry CG

16.06.2022

Wir nehmen es gemütlich. Der Richardson Hwy führt uns Richtung Valdez. Kurz nach einer 180 Grad Kurve steht plötzlich ein kleiner Schwarzbär mitten auf dem Hwy. Wir stoppen und geniessen die Begegnung. Fotoapparat und Filmer sind natürlich nicht bereit. Nach einigen Augenblicken bemerkt er uns und verzieht sich in die Büsche. In Valdez wollen wir die Fähre für Samstag nach Whittier buchen und einen Tagesausflug mit einem Schiff für Morgen. Zuerst aber wollen wir Frühstücken. Das Restaurant das wir ansteuern, hat ein Problem mit dem Gas in der Küche und macht erst um 0900 auf. Wir fahren zum Ferry Terminal. Dort erfahren wir, dass die Fähre am Samstag ausgebucht ist. Wir können uns aber um 5 AM hier einfinden und ein Stand-by Ticket lösen. Sollten wir keinen Platz mehr auf der Fähre haben, wird uns der Ticketpreis zurückerstattet. Der freundliche Mann empfiehlt uns das zu tun, weil sie jeweils einige Plätze für solche wie uns freihalten. Das heisst, Übermorgen früh aufstehen. Also gehen wir zum Anbieter für Bootsausflüge zum Gletscher. Stan Stephens. Wir buchen nicht, sondern nehmen uns nur einen Prospekt mit. Sie fahren mit grossen Schiffen mit bis zu 125 Personen. Das passt uns nicht. Endlich ist das Restaurant geöffnet. Wir setzen uns an einen Tisch und warten und warten. Kein Mensch nimmt Notiz von uns. Das mögen wir gar nicht. Also gehen wir ins Restaurant im Best Western Hotel. Auf der Anzeige ist gross und deutlich Restaurant angeschrieben. Trotzdem erhalten wir kein Frühstück, nur für Hotelgäste. Das gibt einen negativen Eintrag im Tripadvisor. Wir fahren zum Visitor Center und erhalten dort den richtigen Tipp. So was Ähnliches wie bei uns ein Reformhaus erwartet uns. Ein kleiner Imbiss innerhalb des Ladens verkauft uns den ersten Espresso seit 4 Wochen und ein herrliches Gebäck mit Spinat oder Tomaten. Es gibt im Ort noch einen zweiten Anbieter für Bootsausflüge, Lu Lu Belle. Im Visitor Center erhalten wir den entsprechenden Prospekt. Er ist schwer zu finden aber wir schaffen es. Die Boote sind viel kleiner, nur etwa 50 Personen. Leider fährt er genau Morgen nicht raus. Schade, Pech gehabt. Wir verzichten und hoffen auf Seward. Im Baer Country CG dumpen wir. Beim SaveAway kaufen wir noch Trinkwasser. Dann füllen wir die leere Gasflasche auf und tanken. Zurück auf dem Blueberry Lake CG stellen wir fest, dass jemand unseren Reservationszettel entfernt hat und einen neuen Namen für diesen Platz eingetragen hat. Wir ärgern uns schon wieder. Gleich daneben finden wir einen Platz der noch frei ist und stellen uns dort hin. Bezahlt wird selbstverständlich nicht nochmal, haben wir ja schon. Dazu ist zu sagen, dass der CG zwar immer noch dem Staat Alaska gehört, er aber, wegen Budgetproblemen, durch den privaten Veranstalter „Valdez Adventure Alliance“ gemanagt wird. Darum gilt hier nicht first in, first serve. Auf dem ganzen CG gibt es nirgends einen Hinweis, wie man die Plätze reservieren kann. Das ist eine Schweinerei und die Leute verarscht. Wir beschliessen nur noch diese Nacht hier zu verbringen und Morgen auf einen privaten CG in Valdez zu wechseln. Hat den Vorteil, dass wir nicht gar so früh aufstehen müssen um um 0500 Uhr beim Ferry Terminal unser Stand-by Ticket zu kaufen. Was wir sicher versuchen werden, den Veranstalter im Ort zu finden und mit einigen deutlichen Worten die zu viel Bezahlten 25 USD zurück zu verlangen. Wir geniessen den Nachmittag beim schönstem und warmem Wetter. Nachtessen, Rösti mit Bratwurst vom Grill.

Panorama Blueberry CG

17.06.2022

Wir bewegen uns wieder Richtung Valdez. Die Reservierung des Baer CG für einen full hock up Platz wird sehr freundlich und hilfsbereit abgewickelt. Das WLAN wird gestartet. Ich suche der Betreiber des Blueberry CG und finde nur eine Postfachadresse. Ich schreibe eine E-Mail worin ich unseren Frust beschreibe und die ganze Abwicklung mit den Reservationen kritisiere. Zwei Stunden später habe ich die Antwort. Nicht der Betreiber habe unsere Reservierung entfernt, sondern jemand hätte das böswillig gemacht. Für den 17.06.22 hätten sie für diesen Platz keine Reservierung im System und somit keinen Grund einen Eintrag auf dem reservierungs Zettel zu machen. Sowas komme vor, ab doch eher selten. Sie entschuldigen sich und nennen uns die gem. ihnen freien Plätze für den 17.6. ich bin geneigt ihnen zu glauben. Ein Besuch im Ferry Office, wir sind immer noch Stand-by. Ein Besuch im Reformhaus beschert uns 2 herrliche Salmon Sandwiches. Der Outlet Laden verkauft uns ein paar lange Hosen für Elisabeth und ein paar Kurze für mich. Im Visitor Center fragen wir noch nach guten Restaurants fürs Nachtessen. Die, die sie uns zeigen, haben wir von aussen schon gesehen. Sind nicht unser Ding. Zurück auf dem CG werden die Schläuche und Kabel angeschlossen. Ich schreibe Tagebuch, wir lesen und schauen dem ungewohnten Betrieb im kleinen Hafen von Valdez zu. Nachtessen, das zweite Sandwich vom Reformhaus. Eines hat für das Mittagessen hat völlig gereicht. Hier ist alles etwas grösser.

Full hock up

18.06.2022

Der Wecker geht um 0400 Uhr. Die Spannung steigt. Kommen wir als Stand-by auf die Fähre oder müssen wir 650 Km zurückfahren? Das zusammenpacken und sichern, damit nichts rumfliegt, ist mittlerweile schon Routine. Um 0445 sind wir beim Ferry Office. Einer ist schon da, ein Paar aus Aschaffenburg. Wir plaudern ein wenig. Kurz vor fünf Uhr geht der Schalter auf. Ich kaufe unser Stand-by Ticket als zweiter. Da drauf steht auch eine 2. Wäre Pech, wenn wir wegen ein paar Minuten nicht auf die Fähre könnten. Wir stellen uns in die Reihe der armen Stand-by Fahrer. Die Spannung steigt ins unermessliche. Das Bording beginnt. Nach etwa 3/4 geladener Fahrzeuge winkt ein Einweiser mir. Was wir? Wir sind doch Stand-by und kommen zuletzt? Nichts da, ich fahre los auf die Rampe. Hier müssen wir zum 3. Mal unseren Pass vorweisen. Warum? Keine Ahnung. Wir sind auf der Fähre. Einige Felsbrocken fallen ab. Der Aschaffenburger steht immer noch an Land. Einige Fahrzeuge sind noch auf der Rampe. Auch er schafft es. Alle Fahrzeuge sind verladen. Die Fähre legt ab. Die Überfahrt nach Whittier dauert 6 Stunden. Wir essen ein Omelett mit Schinken da unser Frühstück in der Hitze des Gefechts ausgefallen ist. Die Fahrt geniessen wir zum grossen Teil draussen. Es ist bewölkt und kalt. Wir sind aber richtig angezogen, es ist auszuhalten. Die Wunderschöne Gegend zieht an uns vorbei. Berge mit Restschnee, Gletscher, Eisschollen, sogar Orcas sehen wir.

Fähre von Valdez nach Whittier


Um 1300 Uhr verlassen wir die Fähre. Dann folgt, dass wissen wir von einer früheren Reise, eine Fahrt durch einen ca 6 Km langen Tunnel. Der Untergrund besteht aus Bahnschinen und Teer. Ja richtig gelesen, zwischendurch fährt ein Zug durch diesen Tunnel. Selbstverständlich herrscht Einbahnverkehr. Weiter geht’s nachdem wir das Gas wieder geöffnet und den Kühlschrank in Betrieb genommen haben. Auf der Fähre muss das Gas, aus verständlichen Gründen, abgestellt werden. Das wird akribisch kontrolliert. Wir kommen in Soldotna an und steuern gleich auf den Fred Meyer zu. Das ist das grösste Einkaufszentrum das wir kennen. Gibt es nur in Alaska. Ein kleines Beispiel, das Gestell mit den Täfeli zum selber abfüllen ist ca. 6 Meter lang.

Fred Meyer Täfeli Gestell


Wir kaufen Alaska Lachs und Toastbrot. Das wird unser Nachtessen. Da wir heute den 45. Hochzeitstag feiern, gibt es einen Prosecco aus dem Okanagan Valley. Er ist brut und herrlich. Nach einer kurzen Feier geniessen wir die Lachsbrötchen und den Abend. Es regnet zwischendurch immer wieder, dann schein wieder die Sonne bei rund 20 Grad.

19.06.2022

Wir geniessen den Morgen zusammen mit vielen Mücken. Gegen 10:00 Uhr packen wir zusammen und gehen In Soldotna Catchen. Ein Park verspricht ein paar Funde. Schlussendlich sind es zwei.

Soldotna


Der Fred Meyer ruft. Wir kaufen das geplante ein. Schlussendlich ist es relativ mühsam in so einem grossen Laden ein paar wenige Sachen einzukaufen. Der Sterling Hwy bringt uns nach Homer. Durch Homer durch direkt nach Spit. Das ist eine Landzunge vor Homer. 

Spit bei Homer


Wir steuern den zweitletzten CG an, kein Platz mehr in der ersten Reihe direkt am Meer. Weiter geht es zum letzten CG auf der Landzunge dem Homer Spit CG. Auf Nachfrage hat es noch einige Plätze in der 3. Reihe. Enttäuschend. Ein junger Mann mischt sich ein und sagt, die Plätze 116 bis 118 sind eben fei geworden. Die Leute sind abgezogen. Schon wieder Glück gehabt. Wo liegen diese Drei? Direkt am Meer in der ersten Reihe. Wir buchen für 3 Nächte die Nummer 118. Die Plätze stehen nah beieinander, nicht zu vergleichen mit den staatlichen CGs. Die Aussicht aufs Meer entschädigt dafür. Hier gefällt es uns. Der Ankommens GT schmeckt wunderbar. Die Meer Luft hilf dabei. Nachtessen, Elisabeth Shrimps, ich Frankfurter Würstel, beide mit Toastbrot. Wir geniessen den ersten Abend hier mit der grandiosen Aussicht auf Meer und die verschneiten Berge. Morgen kümmern wir uns um eine Bären Tour. Hoffentlich klappt’s.

Homer Spit CG

20.06.2022

So gegen 0900 Uhr machen wir uns auf die Reifen. Als erstes steuern wir Alaska Bear Adventures an. Wir klären ab ob es eine Möglichkeit gibt das Elisabeth mit den Schuhen in die Stiefel kommt. Ja klar wir haben Overshoes. Das wäre mal geklärt. Die nächste Frage, wie lange gehen wir zu Fuss. Antwort ca. 3 Stunden, aber nicht nur gehen, sondern auch stehend und sitzend beobachten.


Nun wollen wir natürlich die überzieh Stiefel ausprobieren. Die sehr freundliche Dame klärt ab, wo diese Schuhe aktuell sind. Wir erhalten die Adresse und Trudi führt uns hin. Leider sind zwei mit Namen ähnliche Baer Tour Operators gleich nebeneinander. Die Auskunft ist ernüchternd. Nein wir haben keine Überschuhe und die Tour verlangt gute Standfestigkeit und Kondition. Was hat denn die nette Dame im Büro für Scheiss erzählt? Aber ganz in der Nähe sei ein anderer Veranstalter. Er ruft an, wir können vorbeigehen. Dort werden wir freundlich empfangen. Die Überstiefel stehen schon bereit. Da haben wir wohl den Falschen erwischt und erst noch der Dame Unrecht getan. Elisabeth probiert die Schuhe an. Und siehe da, es funktioniert. Wir sind überglücklich und fragen ob Morgen oder am Mittwoch noch etwas frei ist. Die Frage wird verneint. Alles ausgebucht, aber Heute um 1400 Uhr hätten wir noch zwei Plätze. So ein Glück muss man haben. Wir buchen. Bei SaveAway besorgen wir noch ein Paar Riegel. Mittagessen, Lattich Gemüse mit Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch. Wir wollen doch Platz haben im Flugzeug. Kurz vor 1400 Uhr sind wir vor Ort. Die Stiefel von Elisabeth sind namentlich angeschrieben. Jetzt heisst es sich bereitmachen. Stiefel anziehen wo der Schaft bis nach oben reicht, also zwischen die Beine. Gar nicht so einfach. Wir kriegen noch eine Bauchtasche umgehängt. Daran befindet sich ein gelbes Ding. Kommentar dazu, wenn wir Notwassern müssen einfach aussteigen und an dem gelben Ding ziehen. Es wird sich eine Schwimmweste öffnen und automatisch aufblasen. Ok, das wäre geklärt, wir fliegen übers Meer. Snacks in Form von Riegeln und Süssigkeiten liegen bereit. Was Anderes wird nicht akzeptiert und gegessen wird nur im Flugzeug. Picknick im Nationalpark, wo wir hinfliegen, ist nicht erlaubt. Wir fliegen mit 3 Flugzeugen mit je 5 Personen plus Pilot an Bord.


Die drei Piloten treffen ein. Ganz normale junge Kerle. Wir bewegen uns Richtung Flugzeuge. Na ja, sie sind klein und nicht mehr die Jüngsten, sind wir ja auch nicht. Die 5er Gruppen sind aufgeteilt, wir besteigen die Fluggeräte. Der Start ist laut und unruhig. Das kleine Ding schwankt in der Luft wie ein Federball. Eine Hand klemmt mich ins Knie. Sobald wir eine gewisse Höhe erreicht haben, wird es ruhiger. Der Sitz unseres Piloten klemmt. Er lässt sich nicht höher stellen. So wird der Junge bei der Landung nicht viel sehen. Er probiert rum. Schlussendlich zieht er seine Jacke aus. Legt sie zusammen und setzt sich drauf. So sollte es gehen. Nach gut einer Stunde landen wir im Nirgendwo, im Lake Clark NP. Nicht auf einer Flugpiste, einfach am Strand. Es holpert und wir stehen. Es werden 2 Gruppen gemacht. Die eine Gruppe mit 4 älteren Leuten, der Rest ist Jünger. Ich fühle mich kurz ein wenig gemoppt, weil wir der Gruppe mit älteren Leuten zugeteilt sind. Die Bären Beobachtung lässt sich mit Worten nicht beschreiben. Ich versuche es auch nicht. Nur ein kleines Beispiel, wir treffen auf eine Bärenmutter mit zwei 4 Monate alten Jungtieren. In der Nähe frisst ein Grizzly Muscheln. Es ist Ebbe und wir stehen mit unseren Stiefeln im Meer und kommen den Tieren sehr nahe. So das war’s. Wer Bären und die Natur liebt, die Gelegenheit hat, sollte sowas unbedingt machen.


Nach 3 Stunden starten wir. Die Piloten entschliessen sich noch ein wenig in den Bergen rumzukurven. Wir fliegen Felswänden entlang, sehen Gletscher. Einfach phänomenal. Ich geniesse es, kenne aber jemanden der geniesst es nicht so. Ich merke das an der klemmenden Hand an meinem Knie.


Die Landung ist Federballmässig, aber er schafft es. Stiefel ausziehen, verabschieden und zurück auf unseren genialen CG. Der GT schmeckt wunderbar. Wir haben übrigens heute noch um eine Nacht verlängert. Uns gefällt es hier. Nachtessen, fällt aus.

21.06.2022

Wir müssen wieder mal den Truck leeren. Dann geht’s zu SaveAway. Dort gibt es einen Likör Store, die Vorräte müssen aufgefüllt werden. Da erleben wir etwas Kurioses. Selbstverständlich gehen wir gemeinsam in den Store und suchen die Getränke aus. Beim Bezahlen verlangt der Kerl einen Ausweis von mir. Soweit so gut, das ist hier üblich auch bei einem bald 70-jährigen. Er verlangt aber auch den Ausweis von Elisabeth. Das verstehe ich nun gar nicht und teile ihm das, in meiner bekannt freundlichen Art, auch mit. Er besteht darauf mit einer sehr fadenscheinigen Erklärung. Elisabeth muss raus zum Fahrzeug, den Ausweis holen. Jetzt dürfen wir bezahlen und die Getränke mitnehmen. Die spinnen die Amis. Wir besuchen das Alaska Island & Oceans NWR Visitor Center. Grosses, sehr interessantes VC. Schön gemacht mit vielen Infos. Auch den Beluga Wetlands Overlook lassen wir uns nicht entgehen. Zurück auf unserem schönen Platz gilt wieder mal chillen. Das Wetter ist Wolkenlos, aber es geht eine steife Brise. Nichts für kurze Hosen. Ich bin draussen, Elisabeth drinnen. Nachtessen, Steak aus der Bratpfanne. Feuer machen geht nicht bei dieser Windstärke. Dazu Kartoffelsalat.

Beluga wetlands Overlook

22.06.2022

Wir lassen es ruhig angehen. Heute wird der TC nicht bewegt. Catchen ist angesagt. Von 4 angelaufenen finden wir gerade einen. Macht nichts. Wir erkunden das Dorf und trinken einen feinen Espresso. Die Suche nach frischem Fisch verläuft ergebnislos. Komisch eigentlich, wenn man den ganzen Tag Fischerboote hin und her fahren sieht.

Spit bei Homer


Es wird gemütlich. Gegen 1700 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Restaurant Captain Pattie‘s. Reservieren kann man da ja nicht. Wir müssen ca. 30 Minuten warten bis wir einen Tisch kriegen. Die Idee war eigentlich, möglichst früh da zu sein um eben nicht zu warten. Andere hatten die gleiche Idee. Das Essen schmeckt gut. Der Halibut ist perfekt gegart. Zurück im Camp mache ich noch ein kleines Feuer. Ich habe viel Kartonreste zu verbrennen, die wir nicht einfach so in der Feuerstelle belassen können. 

23.06.2022

Um 0730 Ihr sind wir zur Abfahrt bereit. Die Räder drehen sich auf dem Sterling Hwy (auch Homer Hwy genannt) zurück nach Soldotna. Dort natürlich wieder zum Fred Meyer. Ein paar Kleinigkeiten fehlen uns. Die Sterling Hwy ist sehr gut ausgebaut. Unsere Autobahn brächte man in der Breite 2 Mal drauf. Dann kommt Cooper Landing. Ein langgezogener Ort. Berühmt bei Fischern. Die Strasse ist eng und voller Löcher.

Fischer bei Cooper Landing


Danach geht’s wieder komfortabler weiter nach Seward. Unterwegs biegen wir ab auf den Seward. Wir kennen den Ort und auch den GC. Nur, jetzt kann man die Plätze nur noch online reservieren. Wir versuchen uns zu registrieren. Funktioniert nicht, dreht und dreht. Ein richtiges Visitor Center, das uns weiterhelfen könnte, gibt es in diesem Kaff nicht. Wir finden einen GC in der 3. Reihe, den man an einem Automaten bezahlen kann. 40 USD für einen normalen Parkplatz ohne Infrastruktur. Wir stellen uns so hin, dass wir noch ein wenig vom Meer sehen können. Im Vergleich zu unserem Platz in Homer Spit für 45 USD eigentlich eine Frechheit. Wir waren schon mal hier. Da konnte man die einzelnen Plätze noch auf herkömmliche Art buchen. Damals machte wir eine Bootsfahrt zum Gletscher. So gefroren wie damals habe ich noch nie. Ab jetzt ist das Dorf Seward für uns keine Anlaufstelle mehr. Wenn alles nur noch auf Abriss basiert, brauchen wir das nicht. Ein Pickup mit Dachzelt fährt auf einen Platz am Meer. Wir beobachten wie ein junges Pärchen aussteigt. Sie fängt mit Fotografieren an. Er öffnet das Dachzelt und knorzt an dem Ding rum. Versucht es so rum, dann anders rum. Es will einfach nicht gelingen. Wir amüsieren uns köstlich. Nach einer halben Stunde ist das Dachzelt wieder geschlossen, die beiden fahren weg. War wohl nichts mit dem gemütlichen Schlafen im Dachzelt.  Ein Spaziergang führt uns catchend ins Dorf. Wir finden einen. Zurück beim Camper ist GT angesagt. Nachtessen, Spaghetti Bolo.

 

24.06.2022

So früh wie heute sind wir noch nie gestartet. Um 0645 Uhr fahren wir los. Auf dem Seward Hwy geht es Richtung Anchorage. In Anchorage sehen wir plötzlich einen Fred Meyer. Da heisst es natürlich anhalten und einkaufen. Wir verwöhnen uns mit Shrimps und einem schönen Stück frischem Wildlachs. Dann wechseln wir auf den Glenn Hwy Richtung Palmer. Nach Palmer gibt es den Kempler Park. Gemäss Internet soll das ein schöner, privater CG sein. Auf dem Hwy ist kein Hinweisschild zum RV Park zusehen. Prompt fahren wir vorbei, obschon Trudi den Abzweiger richtig navigiert hat. Gebranntes Kind scheut das Feuer. Wir wenden und fahren den CG trotzdem an. Die freundliche Dame erklärt uns, sie seien eigentlich ausgebucht, es ist Freitag. Ein Platz wäre noch frei, die Nr. 20. Auf die Frage ob wir ihn vor der Buchung anschauen dürfen, erhalten wir ein ja selbstverständlich zur Antwort. Der Platz ist an sich ist in Ordnung. Was uns stört, ist der Verkehrslärm vom Glenn Hwy. Wir beratschlagen kurz und beschliessen den Matanuska Glacier CG anzufahren. Dort waren wir vor ein paar Tagen schon mal. Er hat uns damals sehr gut gefallen. Es ist der Platz wo zwar so heisst, aber der Gletscher nicht zu sehen ist. Wir fahren bei Palmer vorbei und biegen ab nach Glennallen. Die 80 Km sind rasch abgespult. Es ist kurz nach 1300 Uhr. Der CG ist noch fast leer. Wir belegen und bezahlen wieder den Platz Nr. 4. Nach dem GT machen wir eine Wanderung zum Dayuse. Jetzt sehen wir den Gletscher in herrlichem Sonnenlicht. Da ist nochmals Fotografieren und Filmen angesagt. Es ist warm, über 20 Grad. Wir geniessen den Nachmittag. 2 Stunden nach unserer Ankunft ist der CG mit 15 Plätzen voll belegt. Immer wieder fahren Camper durch das Camp und müssen erfolglos wieder abziehen. Zum Apero gibt es Shrimps. Nachtessen, das bei FM gekaufte Salmon Filet in der Folie gebraten auf dem Feuer. Schmeckt wunderbar. Gemäß Elisabeth auf den Punkt gegart. Schwein gehabt.

Matanuska Glacier

25.06.2022

Heute starten wir etwas später, kurz nach sieben. Wir bewegen den TC über den Glenn Hwy via Glennallen, wo wir wieder mal tanken müssen, Richtung Tok. Nach dem Ort wechseln wir auf den Tok cutoff Hwy. Eigentlich ist es der Alaska Hwy Nr 1. Warum sie ihn umbenannt haben? Keine Ahnung. Unterwegs, keine besonderen Vorkommnisse. Zum Teil ist der Hwy komfortabel ausgebaut. Dann gibt es Abschnitte wo das Fahrzeug zum Schiff wird das den Wellen ausgesetzt ist. In Tok steuern wir zuerst den sourdough CG an. Wir hätten einige Plätze zur Auswahl. Keiner passt uns (Elisabeth). Wir fahren ins Dorf und dort ins Visitor Center. Wir kriegen Infos über weiter CGs. Auf die Frage der Waren Einfuhrbeschränkungen von USA nach Kanada erhalten wir nur eine Telefon Nr. Bei der wir uns erkundigen könnten. Sehr hilfsbereit sind die in diesem Center nicht. Wir haben den Eindruck, dass die am liebsten nichts tun. Im VC in Dawson haben wir eine Liste der Beschränkungen bekommen für die Einreise von Kanada nach USA und das wohlverstanden ohne danach zu fragen. Wir finden einen full hock up Platz auf den Tok CG. Wieder mal bequem, einfach alles ablassen ohne die Schläuche immer wieder in die Hand zu nehmen. Vor ein paar Wochen waren wir ja schon mal hier und haben bei Eddys gegessen. Das wird jetzt wiederholt. Wir bestellen nur Salatbuffet all you can eat. Zurück auf dem Platz schmeckt der GT. Nachdem alle Kabel und Schläuche montiert sind, fängt es an zu regnen. Etwa 2 Stunden lang geht ein leichtes Gewitter über uns hinweg. Danach scheint wieder die Sonne. Ich will die bezahlten 1. Klasse Bahn Fahrscheine von Frankfurt nach Basel einlösen. Mit Erstaunen stelle ich fest, die sind annulliert. Sicher nicht von uns. Das WhatsApp an Condor ist unterwegs. Mal schauen was für eine Antwort kommt. Eines ist jetzt schon sicher, mit Condor fliegen wir nie mehr. Was die mit ihren Kunden anstellen ist unter jedem Hund. Nachtessen, Rips mit Kartoffelstock.

Tok CG

26.06.2022

Nachdem alle Anschlüsse demontiert sind fahren wir gegen 0900 Uhr los auf dem Alaska Hwy 2 Richtung Canada Border in Beaver Creek. Der Hwy wir immer schlechter. Zuletzt erinnert er uns an Afrika. Dort sind solche Unterlagen gang und gäbe. Alles voller Löcher und Pumbs. Schrecklich zum Fahren. Da war der berüchtigte Dempster Hwy einiges besser in Schuss. Unterwegs, ca. 35 Meilen vor dem Border ist ein staatlicher CG angezeigt. Wir biegen ab. Ein wunderschöner CG direkt am Yarger Lake gelegen. Der schönste Platz ist besetzt durch ein Deutsche Paar. Wir fragen nach ob sie den Platz verlassen. Ja in etwa 1 Stunde. Wir beschliessen zu warten und stellen uns vorerst auf einen anderen Platz. Das dauert bis die abfahren. Da wird noch gefrühstückt. Für längere Zeit das Scheisshäuschen aufgesucht. Frage mich nur für was die ein WC im Camper mithaben. Die öffentlichen WC’s sind nämlich nicht so das was wir uns darunter vorstellen. Dann wird noch mit dem ebenfalls Deutschen Nachbarn geplaudert. Ein komischer Kauz, ist alleine Unterwegs und hat den Camper aus Deutschland mitgebracht. DE Nummernschild. Eine Stunde ist schon lange vorbei und 1200 Uhr auch. Wenn nichts geschrieben ist, gilt die allgemeine Regel, dass man um diese Zeit das Camp verlassen muss. So langsam werde ich hässig. Mit meiner, für mich bekannten, diplomatischen Art, fahre ich los und stelle das Fahrzeug unmittelbar vor den Platz, so dass er noch eben wegfahren kann. Das beschleunigt jetzt die Sache ungemein. Fünf Minuten später ist er weg. Auf das nicht vorhandene Winken zum Abschied können wir gerne verzichten. Wir stellen unseren TC auf den Platz. Da der Untergrund ein wenig schräg ist, nivellieren wir ihn mittelst den mitgeführten Keilen aus. Meine kleine Wasserwaage zeigt, er steht gerade. Der GT ist jetzt Pflicht. Den Nachmittag verbringen wir gemütlich draussen. Das Wetter ist schön und wir suchen nicht die sonnigen Plätze, sondern die Schattigen. Es ist schon fast heiss. Gegen Abend sind alle 10 Plätze des CG belegt. Wir haben den schönsten. Dafür hat sich die Warterei allemal gelohnt. Nachtessen, Steak mit Teigwaren.

Yarger Lake CG
Direkt am See

27.06.2022

Der heutige Tag ist schnell erzählt. Wir bleiben auf dem Yager Lake CG. So gegen 1100 Uhr sind wir alleine, alle sind gegangen. Wir geniessen die Ruhe. Ein kurzer Trip zu einem Foto Spot bringt nichts. Eine kleine Hütte mit 2 Plastikstühlen, aber keine Viecher, nicht mal Vögel. Nach ein paar Minuten gehen wir zurück ins Camp.

 

Bird Hide am Yager Lake


Lesen, ein bisschen schlafen. Zwischendurch besuchen uns Eichhörnchen. Zwei Familien. Eine links, die andere rechts von uns. Immer wieder gibt es Grenzverletzungen.  Der von Links dringt in das Gebiet der rechts wohnenden Familie ein. Das Tierchen wir regelmässig mit einem riesigen Geschrei verjagt.


Um 1800 Uhr ist der CG wieder voll belegt. Ist uns eigentlich egal, wir haben den schönsten Platz. Was immer wieder stört, sind die Camper mit Generator. Die machen Lärm und stören die Ruhe. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten sind Generatoren eigentlich überflüssig. Aufladen der Hausbatterie während der Fahr und eine Solarzelle auf dem Dach bieten die Lösung. Es sind vor allem ältere Modelle die noch mit diesen Lärmmaschinen daherkommen. Nachrüsten ist wohl zu teuer. Auch da hilft wahrscheinlich nur ein Verbot. Schade! Nachtessen, Geschnetzeltes mit Rösti.

Unterwegs

28.06.2022

Es geht weiter, jetzt auf dem Alaska Hwy 1. Die Strasse wird nicht besser. Ich vergleiche immer wieder mit Afrika. Dort sind die Strassen teilweise auch schlecht, aber wenigsten durchgehend. Hier ist es anders. Der Pad ist einige Kilometer lang sehr gut. Das maximale Tempo von 90 Km ist kein Problem. Dann kommt am Strassenrand ein Oranges Fähnchen. Abbremsen, ist sicher ein Loch im Belag. Das ist Komfort pur. Nur, nicht bei jedem Loch ist ein Fähnchen. Also heisst es immer aufpassen, die Strasse im Auge behalten. Die Umgebung geht ungesehen an einem vorbei. Zudem ist die Längsrichtung der Fahrbahn nicht immer eben. Also wankt das Fahrzeug hin und her wie ein Schiff im Wellengang. Ein solches Hindernis führt heute dazu, dass die Speiseöl Flasche den Deckel verliert. Das Öl landet im Schrank. Eine richtige Sauerei. Unterwegs besuchen wir noch das Visitor Center vom Teslin NP. Ich brauche noch ein Internet, Netz ist nicht vorhanden, um das ariveCan App zu ändern. Wir sind einen Tag zu spät dran. Im App muss man den Einreisetag nach Canada bekannt geben. Es klappt nicht. He nu dann sind wir eben einen Tag zu spät, wird wohl nicht im Gefängnis enden. Wir kommen zum Alaska Border. Die Frage, kommt ihr nochmals zurück nach USA beantworten wir mit nein. Das Formular das uns bei der Einreise in den Pass geklebt wurde, wird entfernt. 20 Km weiter kommt der Canada Border. Wir stoppen am gewünschten Ort und werden nach ein paar Minuten mit einem Winken gebeten, die letzten 10 Meter vorzurücken. Wir treffen auf eine freundliche, hübsche Zoll Beamtin. Folgender Dialog: „woher kommt ihr? Aus der Schweiz. (Sie hat unsere Pässe in der Hand), wie lange wart ihr in Alaska? 3 Wochen. Wie lange wart ihr vorher in Kanada? 8 Tage. Wie lange bleibt ihr in Kanada? Noch 7 Tage. Fliegt ihr dann zurück? Ja, von wo aus? Von Whitehorse, ist das ariveCan aktualisiert? Ja, (ich zeige ihr das Handy mit dem Barcode) ohne den Code zu scannen kommt ein OK, habt ihr Waffen mit? Nein, habt ihr Gemüse und Früchte mit? Nein, habt ihr Drogen dabei? Nein, habt ihr Zigaretten mit? Ja etwa 10 Päckchen, habt ihr Alkohol mit? Nein, habt ihr Feuerholz mit? (Jetzt kommt der Moment wo ich die Wahrheit sage), ja, in Alaska gekauft? Ja, das müsst ihr dort drüben deponieren, es ist nicht erlaubt Holz einzuführen. Wir erhalten unsere Pässe zurück mit dem Wunsch für eine gute Weiterfahrt. Ich halte beim bereits bestehenden Holzhaufen, öffne das Fach und werfe 3 Scheite dazu. Den Rest nehme ich mit. So auch das wäre geschafft. Wir erreichen 2 Km später das Kaff Beaver Creek. Vor neun Jahren war hier noch richtig was los. Jetzt ist es praktisch ausgestorben. Wohl wieder mal eine Folge der Pandemie. Wir tanken. Einkaufen kann man hier nicht mehr. Es gibt noch ein Restaurant das wir links liegen lassen. Das Essen kann ja nicht frisch sein, wenn niemand hier anhält. Wir suchen eine Dump Station, denn wir sind voll. Es gibt eine, die kostet aber 21 Dollar. Machen wir nicht. Ein paar Km weiter kommt ein RV Park, wir beschliessen dort zu leeren. Das klappt auch, aber für 31 Dollar. Eigentlich ein Abriss. Jedoch müssen sie das Zeugs auch irgendwie abführen und die Corona Verluste wider einfahren. Der Ärger hält sich deshalb in Grenzen. Wir steuern den staatlichen CG Lake Creek an. Weder von Lake noch von Creek ist was zu sehen. Mücken hat es aber genügend. Wir stellen uns auf einen Platz der mit dem von Gestern natürlich nicht zu vergleichen ist und machen das self Check in für 20 Dollar. Das Wetter ist sonnig und sehr warm. Wir suchen den Schatten. Wie immer gibt es einen GT. Dann hacke ich wieder Mal Holz. Mir macht es Spass und ich freue mich auf ein richtiges Camp Feuer. Alles ist bereit und ich setze mich in den Stuhl um mein nachmittägliches Nickerchen zu machen. Elisabeth macht das, wie immer, im Bett. 5 Minuten später geht ein heftiges Gewitter los. Es regnet in Strömen. Ich werfe die Stühle unter den Camper und flüchte nach drinnen. Es schüttet wie aus Kübeln. Etwa 3 Stunden später ist alles vorbei. Das Camp Feuer auch. Ist dem Regen zum Opfer gefallen. Alles nass. Nachtessen, Spaghetti Carbonara. 

Unterwegs getroffen

29.06.2022

Wir bewegen uns auf dem Alaska Hwy 1 Richtung Hains Junction. Der 1er Hwy ist jetzt wesentlich besser in Stand. Es gibt zwar noch Löcher im Belag, aber seltener. Wir erreichen den Ort Burwash Landing. Ebenso ausgestorben. Wir fahren durch den Kloane NP. Die meisten Lodges sind closed. Ebenso die privaten CGs.  Haines Junction ist ein grösserer Ort. Wir finden eine Bäckerei und decken uns mit Brot und Süssigkeiten ein. Es gibt nur noch einen Grocery Store. Mehr oder weniger gut ausgestattet. Wir kaufen das nötigste ein. Die Frage nach einem Mückenmittel wird negativ beantwortet. Ausgegangen, hat zu viele Mücken. Wir wollen bezahlen. Die Dame an der Kasse läuft plötzlich davon und lässt uns stehen. Nach ein paar Minuten kommt sie zurück und spricht uns auf Schweizerdeutsch an. Der Shop bei der Tankstelle hat auch keine Mückenmittel mehr, war grad drüben für euch. Wir bedanken uns. Das mache ich für Landsleute doch gerne. Sie lebt seit 11 Jahren hier. Warum kriegen wir nicht raus. Wird wohl etwas mit Liebe zu tun haben. Wir fahren, als Ausflug, auf der Haines Road Richtung Alaska Border. Zuerst schauen wir uns, nach 26 Km, den CG Kathleen Lake an. Der gefällt uns nicht. Vom Lake ist nichts zu sehen und auch sonst nur Bäume. Weitere 20 Km folgt der Dezadeash Lake CG. Hier finden wir einen schönen Platz direkt am See. Wir richten uns ein und geniessen den Ort. Das Wetter ist schön, windig und warm. Heute klappt das mit dem Camp Feuer. Nachtessen, gebratene sowas wie Servelat, nur viel pikanter mit Chilly, dazu Wildreis. Neben uns im Zelt, eine Mutter mit Tochter. Vermutlich Asiaten. Schon am Nachmittag habe ich zugeschaut, wie die Mutter versucht hat Holz zu hacken. Mir war angst und bange. Wollte vorsorglich schon den Notarzt mit Helikopter anfordern. Es ist zum Glück nichts passiert. Sogar das Holz blieb ganz. Währen dem Nachtessen hören wir wieder die Versuche das Holz zu zerkleinern. Elisabeth sagt zu mir, gib ihr doch die paar Scheite die du noch hast, ist eh zu viel. Gesagt getan, ich bringe das Holz der Nachbarin. Sie nimmt es strahlend und dankend entgegen. Mein Karma stimmt. Eventuell habe ich auch ein Bein vor einer Verletzung bewahrt.

Dezadeash Lake CG

30.06.2022

Wir starten früh und fahren durch Hains Junction durch direkt nach Whitehorse. Wir wollen früh am Lake Labert sein, um noch einen Platz am See zu ergattern. Wird wohl eher schwierig, Morgen Freitag ist Canada Day. Zuerst auf der Hains Road bis zur Kreuzung, dann auf dem Alaska Hwy bis nach Whitehorse. Im Visitor Center benutzen wir das WLAN. Wir sehen, dass Condor die stornierten Bahnbillette von Frankfurt nach Basel wieder frei geschaltet hat. Ich logge mich bei der Deutschen Bahn ein und rufe mit der entsprechenden Verbindung die Fahrscheine ab und reserviere gleichzeitig die Sitzplätze. Nach dem Runterladen stelle ich fest, dass die Platzreservierung nicht vermerkt ist. Ein weiteres WhatsApp an Condor ist fällig. Mal schauen was daraus wird. Wir tanken bei einer Garage die eine Gratis Dump Station zur Verfügung stellt, wenn man volltankt. Da wir das Fahrzeug eh vollgetankt zurückgeben müssen, ist das ok. Wir versäubern den TC. Einkaufen im Superstore und im Bottle Store dauert, wie immer, seine Zeit. Und jetzt ab zum See. Um 1400 Uhr kommen wir an. Und wirklich, es gibt noch genau einen Platz von 6 direkt am See. Wir parken unser Heim so ein, dass wir Sicht auf das Gewässer haben. Eigentlich quer zum Platz. Eine Millimeter Arbeit. Damit das Ding grade steht bugsieren wir es auf die beiden Keile. Auf dem Platz den wir vor neun Jahren belegt haben, steht ein kleines Zelt. Eigentlich eine Frechheit. Aber wegen dem Canada day genau so gewollt. Um 2000 Uhr kommt ein Camper, stellt das Zelt weg und belegt den Platz. Also vorreserviert. Alles rechtens, das Reservierungssystem lässt das zu. Die bei der Platznummer angebrachten Zettel bestätigen, dass der Platz reserviert und bezahlt ist. Dies wird übrigens heute Abend durch einen Park Ranger kontrolliert. Nachtessen, Rips und grüne Spargeln.

Lake Labert CG

01.07.2022

Es ist Canada day. Unseren Kaffee geniessen wir am Strand. Nicht eigentlich ein Strand, ein Felsen der das Ufer bildet. Da wir noch einen Tag hier verbringen, bekommen wir den Feiertag mit. Es werden Fahnen und Fähnchen aufgehängt. Leute mit Canada Leibchen laufen rum. Wir geniessen“ einen höllen Betrieb. Schiffe werden ins Wasser gelassen, in der Nähe von unserem Platz ist ein kleiner Sandstrand, die Leute strömen um zu baden. In der Nähe wohnt ein Lachsack, so nennen wir Leute die viel Lachen. Die Dame lacht ab Mittag in immer kürzeren Abständen, sehr laut. Nicht ein schönes, lustiges Lachen. Eher ein Ordinäres. Ein anderer Nachbar hat 2 Hunde. So Terrier ähnlich. Die sind draussen angeleint und bellen den ganzen Tag auch wenn nur eine Ameise vorbeiläuft. Ein Junge fährt mit seinem Quad den ganzen Nachmittag seine Runden. Von richtigen Feiern, mit Feuerwerk und so, wie bei uns am 1. August, ist hier nichts zu spüren. So geht für uns dieser kanadische Feiertag zu ende. Nachtessen, Poulet Schenkel auf dem Feuer gebraten mit Kartoffelstock. Apropos Feuer, wir sitzen gemütlich vor unserem Feuerpit. Von hinten plötzlich eine Stimme die uns sehr laut und unfreundlich darauf aufmerksam macht, dass im Yukon ein Feuerverbot gelten soll. Elisabeth erschrickt im ersten Moment. Ich stehe auf, drehe mich um und stehe einem eher ungepflegten Mann gegenüber. Ich erkläre ihm, dass nirgends ein solches Verbot aufgehängt ist. Komisch ist zudem, dass der Park Ranger, während unser Feuer schon brannte, seine Runde gemacht hat. Er hat uns nicht auf das Verbot aufmerksam gemacht. Aktuell ist jedoch in unserer näheren Umgebung auch niemand der ein offenes Feuer hat. Das fällt uns aber erst jetzt auf. Sei es wie es ist, wir lassen das Feuer ausgehen und geniessen den Abend innerhalb.

Lake Labert

02.07.2022

Bevor wir überhaupt abfahrbereit sind, fragt uns eine Deutsche Dame ob wir den Platz heute verlassen. Ja gleich, ist unsere Antwort. Die Freude ist ihr anzusehen. Wir mögen es ihr gönnen. Was weniger schön ist, dass der Kerl, der uns gestern mit seinem Hinweis auf das generelle Feuerverbot im Yukon hingewiesen hat, ihr dabei geholfen hat, unseren Platz zu finden. Wir steuern den Caribou RV Park an. Den wollte ich gestern im Internet reservieren, hat aber wegen der schlechten Internet Verbindung nicht geklappt. Also auf gut Glück. Es handelt sich bei diesem RV Park um den Gleichen, den wir bereits einmal angefahren haben um zu dumpen. Wie schon geschrieben, wurde er zum schönsten, privaten RV im Yukon ausgezeichnet. Wir erhalten einen Platz. Nicht schlecht für einen kommerziellen Park. Wir bewegen uns Richtung Whitehorse. Im Visitor Center buche ich noch die Sitzplätze für den Zug von Frankfurt nach Basel nach. Dafür bezahle ich jetzt 14 EUR. Bei den Kosten unserer Reise spielt das auch keine Rolle mehr. Wir bewegen uns noch zum Wallmart, Canadien Tier und Super Store. Ein wenig kommt noch zusammen. Brauchen tun wir nicht mehr viel. Zum ersten Mal entern wir einen Mac. Gegessen wird das Mal im Camper. Eigentlich sollte ich nach dem Genuss eines Bigmac duschen, weil die diversen Saucen überall gelandet sind nur nicht im Mund. Ich erledige das souverän mit HH Papier.  Zurück auf dem Platz säubern wir das Fahrzeug. Danach geniessen wir die Ruhe nach dem turbulenten Canada day. Hier wird übrigens drauflos gefeuert. Da weiss man nichts von einem generellen Feuerverbot im Yukon. Auch auf Nachfrage im Office nicht. Ich ärgere mich kurz, aber da ich dem Burschen meine Meinung eh nicht mehr verklickern kann, ist der Ärger schnell verflogen. Nachtessen, nach dem opulenten Mac Mal gibt es nur Gschnäpper. 

Ein paar Bilder zu unserem Heim


Schlafzimmer
Badezimmer
Wohnzimmer
Küche
Kontroll Panel & Radio

03.07.2022

Heute machen wir vom Caribou CG aus einen Ausflug. Wir bewegen uns auf dem Alaska Hwy 1 bis zur Kreuzung nach Carcross und biegen dort auf den Klondike Hwy ab. Carcross ist ein Dorf, ich weiss ich wiederhole mich, aber dort waren wir schon vor 9 Jahren. Damals waren wir die einzigen Touristen. Alle Geschäfte waren zu. Eine touristische Bahnlinie führt von Skagway nach Carcross. Heute ist da richtig was los. Die Anzahl der Geschäfte und Restaurants hat sich mehr als verdreifacht. Eine Bahn ist während unserem Aufenthalt nicht angekommen. Trotzdem hat es sehr viele Touristen. Wir kennen das Dorf kaum wieder.


Nach dem Finden von 2 Caches, einem Espresso mit Bretzel und einem ausgedehnten Bummel durchs Dorf, fahren wir weiter auf dem Klondike Hwy Richtung white Pass. D.h. Richtung Grenze zu Alaska. Wir kommen bei der kleinsten Wüste der Welt vorbei. Ein Stopp muss sein.


Kurz vor der Grenze nach Alaska kehren wir um. Das ganze bei strahlendem Sonnenschein und über 20 Grad. Beim letzten Mal war es neblig und hat geregnet. Kurz nach Carcross biegen wir ab auf die Tagish Road nach Tagish.  Das Dorf besteht aus nichts und einer Tankstelle. Ein Verpflegungsstand verkauft Glace. Leider hat es für uns keine Parkmöglichkeit mehr. Also keine Glace. Die Tagish Road ist gut zu fahren. Teilweise auf Gravel. Beim Jakes Corner biegen wir wieder ab auf den Alaska Hwy 1. nach ca 50 Km sind wir wieder auf unserem Platz. In Gehdistanz zu unserem Platz gibt es das Wolfs Restaurant. Früher hatte das einen sehr guten Ruf. Es wurde ja auch von Schweizern geführt. Die Nachfrage beim Camp Besitzer ergibt die Antwort, es ist immer noch sehr gut, hat aber einen neuen Besitzer. Ich gehe hin und reserviere einen Tisch. Die Speisekarte nehme ich gleich mit. Da wir beide bei der Auswahl fündig werden, gibt es heute ein auswärts Essen. Elisabeth bestellt einen Gemüse Burger, ich einen Normalen. Dass die Frits ein wenig zu spät geliefert werden, tut dem wirklich gut gekochten Essen keinen Abbruch. Eine der beiden hübschen, jungen Bedienungen ist etwas gar spärlich bekleidet. Mit gefällt es, ob es passt ist eine andere Frage. Es ist immer noch warm. Wir geniessen den Abend draussen. Sogar die Mücken lassen uns in Ruhe.

Caribou RV Park


04.07.2022

Heute wir das Auto mit der parkeigenen Waschanlage gewaschen. D. h. Mit Hochdruck abgespritzt. So wird es verlangt. Das innere muss besenrein sein. Wir fahren zu Fraserway und holen unsere Koffer ab. Läck hei die es Gnusch in ihrem Kofferlager. Obschon wir einen Abholbeleg haben, muss ich der Dame beim Suchen helfen. Im Superstore kaufen wir uns noch ein Mittagessen. Viele Regale sind leer. Vor allem Frischware und gefrorenes fehlt. Wir wissen, dass gemäss einer Anzeige, der Alaska Hwy ab ca Km 880 gesperrt ist. Mal schauen ob ich im Internet rausfinden kann warum. Wir fahren zu unserem letzten CG, dem Hi Country, wo wir unsere erste Nacht verbracht haben. Full hock up ist jetzt ein Muss. Wir müssen die Tanks leeren. Nach dem Mittagessen, Sandwiches, geht es ans Packen. Unsere Sachen, vor allem schmutzige Wäsche, wandert in die beiden Koffer. Die Dinge von Fraserway, die wir in unseren Koffern zurückgelassen haben, werden im Camper eingeräumt. Nach 3 Stunden ist, hoffentlich alles, verpackt. Es gibt sehr viel Stauraum in diesem Fahrzeug, man muss höllisch aufpassen, dass nichts liegen bleibt. Den Rest des Nachmittags wird gemütlich. Meine Anfrage bei Google, Alaska Hwy gesperrt. Die Antwort, es hat ein 50 Meter langes Teilstück komplett zerstört. Eine Röhre, die das Wasser unter der Strasse durchleiten soll, war verstopft. Ein Gewitter mit viel Regen hat das nötige dazu getan, dass die Versorgung nach Whitehorse unterbrochen ist. Nachtessen, geschnetzeltes Steak mit gebratenem Blumenkohl. Warum wir ein Steak schnetzeln? Ich war der Meinung, dass man auf dem Hi Country CG kein Feuer machen darf und habe mein letztes Holz sowie den Grill weggeworfen. Wahr wohl ein Fehler. Jetzt sind wir gespannt, wie wir und ob wir Morgen nach Hause fliegen können. Die Lage im weltweiten Luftraum ist ja sehr prekär.

Fraserway Whitehorse

05.07.2022

Wir duschen in der öffentlichen Dusche und packen fertig. Dann geht der Camper zurück zur Fraserway. Die Rückgabe ist problemlos. Das Fahrzeug hat keinen Kratzer, auch die Frontscheibe ist heil geblieben. Wir erfahren, dass unser Flug 2 Stunden Verspätung hat. Sowas haben wir geahnt. Fraserway führt einen Teil der Mitflieger, inklusive uns zwei, nach Whitehorse zum Visitor Center. Wir gehen, wie am ersten Tag, zu Kate Mittagessen. Um 1330 werden wir wieder abgeholt. Bei Fraserway laden wir das Gepäck. Weiter geht die Fahrt zum Flughafen. Wir checken ein. Das Internet Check in hat ja nicht funktioniert. Da wir ja von Condor wissen, dass der Flieger keine premium Sitze hat, geben wir uns mit den Plätzen zufrieden die uns zugeteilt werden. Es sind natürlich nicht die Bestätigten. Das ist aber bei Condor normal. Wir werden immer wieder mit neuen Verspätungen konfrontiert. Begründung, der Treibstoff ist knapp. Vermutlich auch wegen der gesperrten Strassen durch den weggebrochenen Teil und der diversen Brände, die auch Strassensperrungen zur Folge habe. Schlussendlich sind es 4,5 Stunden in denen wir im Sicherheitsbereich eingesperrt sind. In diesem internationalen Flughafen gibt es nach dem Sicherheits- Check nichts mehr ausser Sitzgelegenheiten. Wir verlassen den Bereich nach 3 Stunden, wir brauchen frische Luft und eine Zigarette. Ich weiss, dass sich das widerspricht. Verpflegt werden wir mit kleinen Snacks und Wasser. Immerhin. Beim Betreten des Flugzeugs stellen wir fest, dass es sehr wohl Premium Sitzplätze gibt. Das ist jetzt schon das x-te Mal wo wir von Condor versecklet werden. Da wir aber einen Dreiersitz zu zweit belegen ist es erträglich. Bin gespannt, ob die uns das Geld zurückgeben. In Frankfurt warten wir eine Stunde auf unser Gepäck. Der Zug ist natürlich längst weg und die Reservation verfallen. Im DB Kunden Center werden wir sehr freundlich bedient. Wir warten auf den Zug der direkt, ohne Umsteigen von Frankfurt, nach Basel fährt. Die Reservation müssen wir neu bezahlen. Wir vertreiben uns die Zeit indem wir was Kleines essen und was trinken. Wir besteigen den Zug und stellen fest, dass in unserem Wagen die Klimaanlage ausgefallen ist. Wenigstens treffen wir pünktlich in Basel ein. Die Weiterfahrt nach Bern dauert noch eine Stunde. Das Postauto wartet schon und um 2300 Uhr sind wir Zuhause. Geplant war 1700 Uhr.

FAZIT

Das Beste an dieser schönen Reise war, die Zeit! Wo es uns gefallen hat, sind wir geblieben. Nach 3 Wochen war nicht Rückreisen angesagt, sondern nochmal 3 Wochen reisen. Die hin und Rückreise war nicht einfach. Mit viel Ärger und Zeitverlust verbunden. Vor allem darum, weil Condor mit seinen Gästen macht was sie will. Einziger Pluspunkt, wenn man dem so sagen kann, der Betrag für die nicht erhaltene Premium Class war bei der Kontokontrolle bereits gutgeschrieben. Die vielen geschlossenen Lodges und privaten RV Parks haben uns zu denken gegeben. Obschon der Yukon nie viele Ansteckungen zu verzeichnen hatte, hat die Pandemie unübersehbare Spuren hinterlassen. Hoffentlich erholt sich die Region bald wieder. Der Vermieter Fraserway hat mit einem sehr guten Service, Flexibilität und professioneller Abwicklung geglänzt.  

Gefahrene Kilometer:                        8’000

Dieselverbrauch Durchschnitt           16 L/100